iKEY: DJ Sets und Liveacts per USB Interface aufnehmen

Rubrik » Interview Portrait

ikey-cover.jpgTja, es gibt diese Geräte, die schaut man sich an und denkt sich, "geil!", warum ist da vorher noch keiner drauf gekommen. Genau so ein Interface ist das iKEY. Mit der kleinen Kiste im chiquen iPod-Look verwandelt man analoge Audiosignale in digitale und sichert sie auf nahezu jedes USB-Speichermedium. Ganz ohne Computer und komplizierte Software. Ein Killertool für DJs und Musiker.

Text: Karl Napp

Das USB Interface iKEY richtet sich nicht nur an DJs, die ihr Liveset mitschneiden wollen, sondern an alle Musiker, die unkompliziert und mobil aufnehmen möchten. Auch als Ergänzung zum iPod von Apple ist das Gerät gut geeignet.ö Denn mit dem iKEY nimmt man direkt auf den iPod auf. Selbst zum Digitalisieren der Plattensammlung ist es gut geeigent.

ikey-2.jpgDie kleine Kiste, die bequem in die Jackentasche passt, nimmt Audio entweder im WAV- oder MP3-Format mit 128, 192 oder 256kps auf. Dazu muss man einfach eine Signalquelle an die vergoldeten Cinch-Stecker anschließen, ein beliebiges kompatibles USB-Speichermedium (USB 1, 1.1 oder 2.0) an den iKEY andocken und mit zwei Bedientasten das gewünschete Format aussuchen. Jetzt noch die Aussteuerung richtig einstellen und los geht´s. Dabei zeigt der iKEY mit verschiedenen LEDs an, wie viel Platz noch auf dem Speichermedium ist. Sehr praktisch.

Was mir bei meinem Test besonders positiv aufgefallen ist, sind die vielen unterschiedlichen Speichermedien, die am iKEY laufen. Ob meine 300-GB-USB-2.0-Festplatte oder eine CompactFlash-Karte, die in einem Kartenlesegerät steckte: alles lief problemlos.

Sorgfalt bei der Aufnahme gibt gute Qualität

ikey-1.jpgEin bisschen Sorgfalt muss man jedoch auf die Aussteuerung legen. Die ist ein wenig tricky. Logisch, dass je besser eine Aufnahme ausgesteuert ist, desto qualitativ höher ist das Aufnahmesignal. Dafür steht leider nur eine LED zur Verfügung, die anzeigt, ob der Pegel zu niedrig, genau richtig oder zu hoch ist. Schade, dass die restlichen LEDs nicht auch als Anzeige genutzt werden können. Hat man einmal einen vernünftigen Pegel eingestellt, ist die Klangqualität des iKEY richtig gut. Je nach Anforderung habe ich die verschiedenen Audioformate gewählt und bin echt zufrieden damit.

Sehr gelungen ist auch die Konzeptionierung der Stromversorgung des iKEY. Da man neben dem mitgelieferten Netzteil auch stinknormalen AA-Batterien zum Betrieb des iKeys nutzen kann. Und die bekommt man sogar noch Nachts wirklich an fast jeder Tanke. Außerdem können auch Akkus eingesetzt werden, die das Netzteil sogar im Betrieb auflädt. So was nennt man Usability.

Die Verarbeitung des iKEY ist gelungen und auch die Größe geht klar, denn kleinere Geräte lassen sich im dunklen Live-Betrieb nicht nur deutlich schlechter bedienen, sondern gehen auch gerne mal verloren. Außerdem brauchen die Batterien einen gewissen Platz und mir ist es allemal lieber, ich habe ein etwas größeres Gerät am Start, als eine Minilösung mit speziellem Akku, der dann nur 1 Stunde hält, im Bedarfsfall leer oder kaputt ist und als Ersatzteil fast genausoviel kostet, wie das komplette Gerät.

Fazit

Für 179,- Euro bietet das iKEY neben guter Verarbeitung, eine ordentliche Audioqualität und funktioniert. Zwar gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten beim Auspegeln, aber ein ähnlich praktikables und handliches Gerät sucht man bisher vergeblich.

Links

Website: www.ikey-audio.com

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Kommentare

gute idee, aber 180 tacken für einen a/d wandler finde ich etwas übertrieben. für etwas mehr bekommt man z.b. einen iriver inkl hd. installiert man ipodlinux auf seinem ipod kann man auch aufnehmen (sofern die revision kompatibel ist).

100€ für den ikey fände ich gerechtfertigt. fast 200 für ein aufnahmegerät ohne handfeste pegelanzeige finde ich doch eigenartig.

meint: Ronny am 12.12.05

also langsam halte ich diesen "I"-wahn nicht mehr aus... ...wir mussten ja bereits lange den "E"-trend aushalten. aber das mit dem "I" wird mir langsam zu viel... ;)

meint: fabien am 12.12.05

hmmmm naja, hab mir die technischen daten angeschaut. einfachste 44.1kHz / 16bit AD-wandler sind da drin (die gabs schon vor 10 jahren), für 180€ doch etwas wenig. man darf dem nutzer hier nicht vorenthalten, daß er hier nur in der theorie CD-qualität erreichen kann. praktisch jedoch nicht. also vorsicht! da ist gemini im spiel, die kleben üblicherweise billigste bauteile zusammen.

praktisch find ich es auch nicht. für 180€ bekommt man bereits ne schöne (und auch ordentliche) usb-soundkarte. ein aufnahmemedium braucht man sowieso, wieso dann nicht gleich den laptop verwenden? für einfache bearbeitungen (schneiden, fades) müssen die tracks doch sowieso irgendwann aufnem rechner landen. wieso nicht gleich ne gute soundkarte (180€) + laptop (haben die meisten sowieso schon)???

meint: fabien am 13.12.05

bei usb interfaces sieht das mit den "billigen soundkarten für laptops" etwas anders aus. ich z.b. nutze seit mittlerweile nun schon über 2 1/2 jahren die echo indigo (damals 169€), hab auch die indigo dj (immer noch 199€), und selbst diese unterstützt nicht das betreiben von 2 programmen mit gleichzeitig plattformübergreifendem full duplex. ich kann also nicht ableton laufen lassen und nebenbei mit wavelab aufnehmen, das geht nicht (ich kann aber direkt in ableton aufnehmen, habe das problem also nicht). das problem ist eben der asio treiber. ist es überhaupt möglich einen asio treiber in 2 programmen gleichzeitig anzusprechen? afaik nicht, und somit hast du da ein problem, denn ohne asio kann man nicht wirklich musik machen, live schon gar nicht.

vielleicht ist die technologie da mittlerweile auch wesentlich weiter, aber ihr wisst ja wie das ist: rechner und hardware kaufen und dann die nächsten 2 jahre nicht mehr informieren, sonst regt man sich nur auf.

meint: martin donath am 13.12.05

soweit ich weiss, kann nur ein programm gleichzeitig den asio-treiber verwenden. der verwaltungsaufwand wäre einfach zu kompliziert und fehleranfällig. wer soll die zuordnung regeln? asio kann das sicher nicht, denn ASIO wird von den programmen verwendet und nicht anderherum. dafür gibt es keine vernünftige lösung, jede audiosoftware müsste dann im hintergrund checken, ob andere audiosoftware auch gerade am laufen ist und sich irgendwie miteinander synchronisieren. dann müsste ein programm als "master" eingesetzt werden, das den anderen programme dann ein/ausgänge der soundkarte zuweist. das ist wahnsinnig kompliziert und voller probleme. vermutlich ist das der grund, warum es nicht geht.

meint: fabien am 13.12.05

huch da fällt mir gerade auf, dass das mit rewire aber gehen sollte, vorausgesetzt das programm unterstütz das (wobei das heutzutage von fast allem unterstützt wird). allerdings ergeben sich da afaik auch wieder einschränkungen bzgl. der vollständigen kontrolle über beide programme, aber mit rewire arbeite ich auch nicht, schließlich hab ich ja eine all-in-one lösung.

auch mit traktor kann man seine dj sets direkt aufnehmen. oder besser gesagt einen mix aufnehmen und das set dann rendern lassen, wobei das manchmal ganz anders klang als die aufnahme...

naja vielleicht gibt es irgendwann mal ein besseres interface als asio, aber in sachen latenz und reaktion ist asio ungeschlagen, da muss man eben bzgl. des multitaskings abstriche machen. mir würde es ja schon reichen, wenn man in ableton den asio treiber im background deaktivieren könnte - steht aber auch schon auf der userwishliste.

meint: martin donath am 13.12.05

Ich find das Teil klasse und hab es mir im Laden angesehen. Klar, ich kann meinen Schläppi mitnehmen, aber mit der Kiste gehts für mich einfacher, soweit ich das kapiert habe und ich habe bisher ganz gute Erfahrungen mit Gemini gemacht.

meint: Frank Brisch am 13.12.05

ikey tönt gut. Ich habe aber ein Problem. Ich möchte meine Stereoaufnahmen vom MD System auf den Compi bringen. Sony's Sch... Autorenrechtschutz verhindert das aber.

Also habe ich mir den ikey angeschafft um alles analog zu überspielen. Nun sind aber meine Aufnahmen extrem leise und haben erst noch viele stille Passagen (Naturgeräusche, improvisierte Musik). Und da schaltet der low level clip des ikey brav ein und aus und ein und aus. Weiss jemand, wie man das vermeiden kann? Oder sonst eine gute Lösung für mein Aufnahmeproblem?

Direkt auf den Laptop aufnehmen geht auch nicht, da dieser nur einen Mono-Mikrophon-Eingang hat.
Es ist zum Verzweifeln! Und ich bin halt ein blutiger Anfänger in Sachen Computer-Audio.

meint: molart am 01.09.06

Hi!

Mal ein Statement von "offizieller" Seite, da ich von der Agentur bin, die für iKEY AUDIO und Gemini die PR in Deutschland macht.

Übrigens, wichtig Info: Der iKEY ist um einiges günstiger geworden und zusätzlich gibt es jetzt den iKEY Plus mit Phono- und Mic-Input.

Ich gehe mal davon aus, dass du den iKEY richtig angeschlossen hast. Deswegen habe ich dir noch mal den Part zum Thema Lauttstärke einstellen aus der Bedienungsanleitung hier reinkopiert:

2. LAUTSTÄRKEREGLER: Mit dem LAUTSTÄRKEREGLER (7) stellen Sie
die richtige Aufnahmelautstärke für Ihre Aufnahmen ein. Die LEVELCLIP-
LED (10) leuchtet konstant, wenn kein Signal anliegt oder dieses einen
zu niedrigen Pegel hat. Die LEVEL-CLIP-LED (10) blinkt, wenn das Signal
zu laut ist. Hat das Signal die richtige Lautstärke, leuchtet die LEVEL-CLIPLED
(10) nicht auf.

Sollte es immer noch nicht klappen, würde ich mal die Kabel überprüfen und schauen, ob dein MD Player auch genügend Pegel ausgibt.

Grüße
Markus

meint: Markus Erdmann - bizkom am 04.09.06

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