Glück Auf! Bloggen auf mehreren Kanälen

Rubrik » Interview Portrait

andreas-de-blog.jpgAndreas Schepers ist leidenschaflticher Viel-Blogger. Als Kommunikations-Freak befeuert er regelmäßig mehrere Weblogs neben seinem eigenen Glück Auf!-Blog. Besonders schätzt er an Weblogs deren Funktion als Inhaltsfilter und liebt das kurze und prägnante Blogging. Wie, was und wo der Musikliebhaber und Wissenschaftler etwas veröffentlicht, erklärt er smart in unserem Interview.

Stell Dich doch einfach mal kurz vor!

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Wie würdest Du Dich als Blogger einordnen? Welcher Typ Blogger bist Du?

Derzeit blogge ich auf verschiedenen Weblogs. Zum einen natürlich auf Glückauf! meinem eigenen Blog, bei den Hard Bloggin' Scientists, einem relativ jungen Gemeinschaftsblog von Wissenschaftlern, die das Bloggen in ihre tägliche Arbeit einbeziehen wollen, im Viertelblog, einem kleinen Weblog für das Nauwieser Viertel, dem Stadtteil in Saarbrücken in dem ich derzeit wohne. Und natürlich bei Spreeblick, wo ich als Gastautor schreibe.

Warum bloggst Du? Verfolgst Du ein gewisses Ziel oder ist Bloggen für Dich nur ein kommunikativer Zeitvertreib?

Ich hatte schon mal 2001 ganz kurz ein Weblog bei Blogspot, dass ich aus Zeitmangel damals nicht fortgeführt habe. Bis ich im März 2005 wieder angefangen habe zu bloggen, habe ich sporadisch Blogs gelesen - allerdings ohne tief in die Materie eingestiegen zu sein. 2005 hatte ich dann einfach Zeit und Lust, ein eigenes Weblog aufzusetzen.

Ich denke, wir erleben im Augenblick eine sehr spannende Zeit. Viele Dinge, die sich die Netz-Hippies der frühen 90er vorgestellt haben, funktionieren plötzlich. Ich glaube, dass Blogger viel von dem vorwegnehmen, was in Zukunft in den Bereichen Kommunikation und Medien Mainstream sein wird.

Inzwischen ist die Auseinandersetzung mit Blogs und all diesen Phänomenen, die man im Augenblick unter Web 2.0 subsummiert, für mich auch im beruflichen Kontext relevant. Derzeit beschäftigt mich z.B. die Frage, wie man Weblogs und Podcasts für die Wissenschaftskommunikation einsetzen kann.

Phlow-Lesetipps

Wer mehr zum Thema Weblogging, Graswurzel Journalismus bzw. Personal Publishing lesen möchte, dem empfehlen wir die folgenden Artikel aus unserer Serie :)

Verfolgst Du beim Schreiben Deines Weblogs einem roten Faden? Wenn ja, welchem, wenn nein, worauf achtest Du dann bei Deinen Einträgen?

Meine Postings sind relativ kurz. Ich mag die alte, ursprüngliche Idee des Weblogs als annotierte Linkliste, die wie ein Inhaltefilter funktioniert. Dabei liegt mein inhaltlicher Schwerpunkt bei digitaler Kultur im weitesten Sinne, Wissenschaft und Musik.

Aber vielleicht liegt es in Wirklichkeit eher daran, dass es mir extrem schwer fällt, längere Texte in vertretbarer Zeit zu schreiben. Ich bewundere da René (Nerdcore und Spreeblick), der - obwohl wir thematisch oft recht nahe beieinander sind - scheinbar mühelos toll texten kann.

Worauf kommt es Deiner Meinung nach beim Bloggen drauf an?

Auf Authentizität. Als Blogger sollte man über die Dinge schreiben, die einen persönlich interessieren oder aktuell beschäftigen. In seinem ganz eigenen, persönlichem Stil.

Wie entstehen bei Dir Beiträge? Woher kommen Deine Ideen und Links?

Ich habe im Augenblick etwa 100 Feeds in meinem RSS-Reader. Natürlich lese ich nicht alle Beiträge. Gerade in kleinen, weniger gelesenen Weblogs finden sich interessante Themen und Links. Zur Zeit habe ich auch einige französische Blogs abonniert. Unsere Wahrnehmung der Blogosphäre ist leider immer noch sehr amerika-zentristisch - dabei gibt es viele wundervolle französisch- und spanischsprachige Blogs. Für Musik sind Mailinglisten, das Netaudio-Verzeichnis von Phlow, inzwischen aber auch Socialnetworks wie Myspace unverzichtbar. Seitdem es Videoplattformen wie Youtube gibt, experimentiere ich auch mit kleinen Videos, die ich mit einer Digitalkamera mache. So entstehen Videos zu coolen Exponaten auf Messen wie der CeBIT oder dem Robocup aber auch kleine Konzertmitschnitte zum Beispiel.

Du schreibst einerseits für Dein eigenes Weblog und andererseits für Spreeblick. Warum bloggst Du zweimal und worin unterscheiden sich die Beiträge, die Du auf andreas.de/blog und spreeblick.de veröffentlichst?

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Als Johnny mich gefragt hat, ob ich ihn zusammen mit René und Max für ein paar Tage vertreten könne, war ich eher skeptisch. Spreeblick ist eine Klasse für sich. Aber das Angebot, für ein Blog mit so vielen anspruchsvollen Lesern zu schreiben, war natürlich sehr verlockend. Aus der Vertretung ist jetzt ein Autorenteam geworden, das Johnny unterstützt.

Die Artikel, die bei Spreeblick erscheinen, müssen den Qualitätsansprüchen der Spreeblickleser genügen. Bevor ich bei Spreeblick den Submit-Button klicke, lese ich den Artikel mehrere Male und versuche so, Fehler zu vermeiden. Es kommt auch vor, dass ich einen Artikel schreibe, ihn aber nie veröffentliche, weil er einfach zu schlecht ist. In meinem eigenen Blog bin ich nicht so sorgfältig.

Max hat mal gesagt, dass bei Spreeblick die Kommentare schon da sind, noch bevor man den entsprechenden Artikel überhaupt veröffentlich hat. Das stimmt, denn wenn man etwas bei Spreeblick veröffentlicht, wird der Text quasi sofort kommentiert und kritisch diskutiert und seziert. Da rächt sich mangelnde Recherche sofort. Die Spreeblick-Leser wissen nämlich fast alles. Oft auch besser ;) Natürlich gibt es auch Themen, die ich bei Spreeblick nur selten oder gar nicht unterbringe. Regionale Informationen oder irgendwelche Kulturwissenschaftliche Inhalte zum Beispiel. Die landen dann bei Glück auf!

Was bringt Dir Blogging und was haben wir davon?

Das klingt jetzt nach dem Cliché des sozial isolierten, blassen Nerds, aber durch das Bloggen habe ich tatsächlich viele interessante, kreative, angenehme Menschen kennen gelernt. Den Austausch mit Ihnen empfinde ich als echte Bereicherung. Ausserdem ist mein Blog auch ein persönliches Archiv für mich. Manchmal bin ich ziemlich überrascht, was ich im Laufe der letzten Monate gebloggt habe und wie sich persönliche Präferenzen seit dem geändert haben.

Ich hoffe, dass die Leser sich gut unterhalten fühlen, im besten Falle zum Nachdenken und Diskutieren angeregt sind.

Nenn uns zum Schluss doch noch fünf Deiner derzeitigen Online-Lieblingswerkzeuge?

Vielen Dank für das Interview

Links

Website von Andreas: http://blog.andreas.de

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