Evoke: Nachschwingungen, Reflexionen, Kommentare...

Rubrik » Interview Portrait

evoke_party.jpgUffz. Strahl. Die Evoke-Party ist vorbei und wir glühen immer noch innerlich. Die Netlabel-Szene hat sich erfolgreich formiert und ein einzigartiges Potpourri an elektronischen Styles gefahren. Und es hat funktioniert. Köln hat getanzt, die Scener haben Stimmung gemacht und jeder Künstler hat denRahmen für sein Schaffen bekommen.

Foto: Dirk Murschall

Diesmal gibt es keinen Artikel von mir. Den schreibt Ihr. Im Vorgänger habt Ihr bereits angefangen und unter diesem Artikel wünschen wir uns weitere konstruktive Kritik, Lob und Enthusiasmus. Das nächste Mal steht sicherlich nicht mehr lange entfernt. Ich kann's sehen.

Cheers, mo.

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Kommentare

ich schonwieder.

leute, schreibt doch mal, wies war, was hab ich verpasst?
nochmal zu einigen postings vom vorherigen artikel:

ich veranstalte selbst events in der größenordnung 250-800 gäste.
daher ist es nicht nachvollziehbar, dass bei 200-400 gästen und 8euro eintritt nichts übrigbleiben soll?
oder waren 75% er gäste auf der gästeliste?

jemand sagte mir mal: wenn du umsonnst spielst ist das zwar erstmal schön für die veranstalter, aber wenn du das öfters macht verlierst du an wert und niemand will dich mehr hören.....

das selbe thema ist ja auch netaudio. viele leute denken immernoch: das ist umsonnst, das kann nix sein...da kauf ich mir lieber die neue 12" das labels xyz...auch wenns qualitativ schlechter ist.

also resume: netaudio events sind echt schön, die stimmung und das zusammenkommen ist da primär, doch wirtschaftlich ist das nicht.leider

mich würde interessieren, wie ein netaudio event ausserhalb der evoke gelaufen wäre...siehe gonzos posting.

gruß
marko

meint: sur am 30.08.04

Also ich für meinen Teil war schwer begeistert von der Party, und bin immer noch von der positiven Resonanz auf meinen ersten Live-Versuch überwältigt. Hatte vorab eher mit ner verhaltenen Rumsteherparty gerechnet, die schwer in Gang kommen würde. Das Gegenteil war jedoch der Fall!

Allerdings würde mich auch schwer interessieren, ob die Party in finanzieller Hinsicht >0 beendet wurde.

Zum Thema Gagen für so einen Event, oder nicht, sehe ich das eher so, das es doch durchaus ok ist für nen Event der die Netaudio-Szene als solches präsentiert und auch noch vom Head eines (für mich) DER Netaudiolabels organisiert wurde, als Künstler keine Gagen zu bekommen. Was anderes wärs jetzt wenn da irgendein Partyveranstalter oder Club daher kommt und einen buchen will, da sollte dann schon was zu verdienen sein.

meint: Elliptic am 30.08.04

Selbst wenn ich aus Berlin mit einiger Verspätung bei dem Event eingetroffen bin und deshalb ärgerlicherweise das Liveset von Sudio verpasst habe, hat die Party insgesamt schon derbe gerockt. Die Location im Bunker-Style mit netter Bar und grossem Sofa-Chillout-Bereich war durchaus angemessen, hätte aber gerade im früheren Teil des Abends, als die Liveacts gespielt haben, etwas stimmungsvoller beleuchtet werden können. Hier einen Act besonders hervorzheben, fällt mir zugegebenerweise schwer, da die musikalische Spannbreite erstaunlich und die Qualität atemberaubend war. Ein Highlight war für mich neben den Acts von Tokyo Dawn (big up MC Chaoz!) im späteren Teil des Abends vor allem das D'n'B DJ-Set von mo., bei dem ich mich nochmal ausdrücklich für diesen Kracher bedanke.

Im Übrigen kann ich für meinen Teil nicht erkennen, dass und warum der Wert der Musik dadurch geschmälert wird, dass man sie gratis aus dem Netz herunterladen kann. Ebenso halte ich es mit Elliptic für gerechtfertigt, dass die Künstler bei einem "Szene" Event wie der Netlabelnight keine Gage bekommen, wenn einfach nicht genügend Kohle reinkommt. Immerhin basiert die gesamte Szene auf dem Gedanken, aus Spass und Interesse an der Sache Musik zu produzieren, ohne dass primär eine wirtschaftliche Motivation dahintersteht. Und genau DAS halte ich durchaus für einen Pluspunkt von Netaudio, weil es zeigt, dass man ohne Hilfe des Musikkapitalismus grossartige Musik schaffen und unter die Leute bringen kann. Abgesehen davon gibt es durchaus Möglichkeiten, mit Netaudio Profit zu generieren - vielleicht liegt die Annahme, dem sei nicht so, vor allem deshalb nahe, weil man dabei immer noch zu sehr die eingefahrenen Vermarktungsmodelle der Musikindustrie vor Augen hat.

Hier sind wir allerdings bei einem Punkt, an dem momentan noch einiges hakt. Netaudio ist z.Zt. in erster Linie ein Szene-Ding, eine Sache für Eingeweihte. Es fehlt nicht nur ein zentraler Anlaufpunkt (wenngleich der Netlabel-Catalogue ein guter Anfang ist), sondern auch das Wissen der breiten Masse um das Phänomen Netaudio als solchem. Ich denke, dass es da noch sehr viel Potential gibt, dessen die Netaudio-Macher sich bemächtigen können und sollten. Entscheidend wird dabei sein, Netlabels als eine ernsthafte Alternative und nicht als ein Hobby-Ding von ein paar Nerds darzustellen.

An all dem wird von mehreren Labels bereits konkret gearbeitet, man darf also weiter gespannt auf das bleiben, was noch kommt.

meint: V. Tripp am 31.08.04

ich denke das größte Problem, das netaudio hat, ist das es sich netaudio nennt. mit einer solchen bezeichnung wird es nie den geek-level überschreiten. Wir sollten es einfach musik nennen. denn es ist nunmal musik und auch noch verdammt gute.

die meisten leute da draussen interessieren sich kaum für die dahinterstehende philosophie. dort kommt es in erster linie aus musik an.

und es gibt auch andere musik im netz, die nach der engen definition kein netaudio ist, dort haben nur eingeweihte peil, was wohin gehört.

neue vermarktungsformen? der kuchen sollte sicherlich gerechter aufgeteilt werden und da gibt es schon ansätze. aus den netlabels werden sich bald welche erheben und ein richtiges label sein wollen, das eben online ist. Und: whats the problem? wollt ihr euch dadurch definieren oder über die musik?

meint: datamat am 31.08.04

Der Einwand, dass Netaudio sich nicht Netaudio, sondern schlicht Musik nennen sollte, ist absolut berechtigt, imho. Dass sich Netlabels nicht als Nerd-Ding gerieren sollten, meint genau DAS. Wie gesagt, Netaudio hat in erster Linie ein Image- und Bekanntheitsproblem - die Qualität ist (allen Unkenrufen zum Trotz) da, wie nicht zuletzt die Netlabelnacht gezeigt haben dürfte.

Ob sich aus den Netlabels "richtige" Labels entwickeln werden, sei mal dahingestellt. Wie gesagt, es ist m.E. ein Fehler, die etablierten Vermarktungsmodelle zu übernehmen. Ich denke eher, dass der völlig andere Ansatz von Netlabels auch ganz andere Vermarktungskonzepte möglich macht (ohne hier allzu konkret werden zu *wollen*). Vielleicht nicht mit den Gewinnspannen, denen auch die Musikindustrie nachtrauert, aber immerhin genug, um den Künstlern eine gewisse Unterstützung zukommen lassen zu können. Es wird dabei natürlich in allererster Linie weiter um die Musik gehen, darum macht man ja ein Netlabel.

meint: V. Tripp am 31.08.04

Ich war leider nicht zur Party da. Wenn ich nicht für's Examen lernen müsste, wäre ich hin gegangen. Egal, nächstes Mal.

Ich frage mich: Gehöre ich zur "Scene"? - Seit ca. 1 Jahr verfolge ich die Netaudio-Entwicklung und lade fleißig runter, kenne die meisten Netlabels und pflege meine heiß geliebte MP3-/OGG-Sammlung.
Aber: Ich bin auch der Meinung, daß Netaudio zu derzeit mindestens (!) 66% der kränkeste (und absolut unverkäuflichste) Audio-Shit ist, den man überhaupt aus Lautsprechern zaubern kann. Vor vereinzelten Akustik-GAUs ist sogar Thinner als *das* (?) Top-Label nicht gefeit (und vom Sublabel Autoplate rede ich dabei noch gar nicht - *das* nämlich geht gar nicht!). Die restlichen 44% Mukke hingegen rocken! Aus dem Grunde bin ich ja auch auf den Zug aufgesprungen und fahre munter mit. (Übrigens ist mir scheißegal, ob der Zug in der Demo-Szene oder sonstwo gestartet ist.)


Meiner bescheidenen Meinung nach sollte auf den Begriff "Netaudio" daher keinesfalls verzichtet werden. Er ist ein Oberbegriff, ja quasi eine Marke für elektronische Klänge, die nicht immer als Musik bezeichnet werden können/dürfen. Also sollte man Uneingeweihte auch nicht mit dem Begriff "Musik" locken - und ggf. sofort wieder abschrecken, je nachdem, wo sie zuerst reinhören.
(Ja ja, sorry, TDR habe ich gerade als Non-Electro-Label geschlampt.)

Man sollte vielmehr die Chance nutzen, den Begriff "Netaudio" als gleichermaßen Marke und Konzept weiter zu pushen und dabei zugeben, daß vieles unerträglicher Akustik-Schrott ist, aber eben auch Perlen dabei sind. Wenn man der "breiten Öffentlichkeit" (in Wirklichkeit sprechen wir ja fast nur von Freunden elektronischer Musik) einige dieser Perlen vorrangig präsentieren kann, wird "Netaudio" zu einem positiv besetzten, unverwechselbaren Begriff. Und schon stünden auch die ersten Gewinner der Entwicklung fest, die über gelegentliche CD-Releases, Merchandising etc.
ein paar Kröten rausholen könnten.

Übrigens habe ich heute in Düsseldorf in der Straßenbahn gesehen, daß irgendeine "richtige" Tageszeitung (RP?) einen Beitrag über Netlabels enthielt. (War leider die Zeitung von jemand anders drei Reihen weiter. In der Überschrift stand was von "Netlabel", wie ich sehen konnte.)

Ach ja: Sagt mir doch bitte noch, ob ich zur Szene gehöre (s. o.). Falls ja, freu' ich mich nämlich ganz dolle und geh' voll ab, ich Toller.
Bis zur nächsten Party!

meint: Wedge am 31.08.04

Ich habe es bemerkt: 66% + 44% ist falsch.
Ich korrigiere also auf: 66% + 34%.
Aber auch, wenn die Quote guter Netaudio-Titel nur bei 34% liegt, bleibe ich der Szene treu ;-)

meint: Wedge (ja, noch Mal) am 31.08.04

Gibt´s nich, um deine Kategorisierung zu übernehmen, bei NICHT-Netaudio Musik genauso viel Akustik-Schrott?? Ich würd sagen schon.

Und den Zeitungsartikel, den Du meintest, könnte vielleicht der hier gewesen sein :
http://snipurl.com/8o1y

meint: Elliptic am 31.08.04

ich muss eingestehen, dass ich mich etwas unklar ausgedrückt habe, was zu einigen missverständnissen führen kann.

aus meinem vorherigen kommentar könnte man schließen, das die netaudioszene (ich nenn es der einfachheit halber nochmal so) sich in zwei lager aufteilen sollte. eins, das so bleibt wie es ist und ein anderes, das zu richtigen labels nach altbekanntem vorbild werden soll.

Nein, ich finde die idee hinter den netlabels immer noch klasse und unterstütze die "szene" nach allen kräften. ich habe eben nur festgestellt, dss einige der netlabel leute unzufrieden mit der situation sind, und gern auf eine andere stufe springen möchten. diese stufe muss mit nichten die der herkömmlichen vertriebswege sein. selbst die virtuellen möglichkeiten, über plattformen ins geschäft einzusteigen, die allerdings noch nie so gut aussahen wie heute (31.August.2004 ca 21.30), reichen meiner meinung nicht zu einer fairen oder gerechteren verteilung. man muss abstriche machen. um alleine ins geschäft einzusteigen, fehlen unkomplizierte und günstige bazahlmöglichkeiten. das ist wiederum der vorteil größerer plattformen. man muss also abstriche machen.

das beste ist: man kann heute ohne die alte tante GEMA einfach loslegen. Wenn das kein grund zum feiern ist. Welchen weg man allerdings nach der feier einschlägt und ob man es sich dadruch mit der "community" verspielt, muss jeder selbst entscheiden.

meint: datamat am 31.08.04

>Gibt´s nich, um deine Kategorisierung zu
>übernehmen, bei NICHT-Netaudio Musik genauso >viel Akustik-Schrott??
meinte: Elliptic am 31.08.04 21:26


Doch klar, aber welche Rolle spielt das?

"NICHT-Netaudio-Musik" ist die Musik, für die ein gewachsener Markt existiert, der - mehr oder weniger - noch nach dem Prinzip "geh-in-Laden-und-kauf-CD" und neuerdings über D/L-Plattformen funzt.

Für Netlabels gibt es keine gewachsenen Strukturen und ist auch kein Land zu gewinnen, wenn sie das Etikett "Netaudio" abschütteln und ab sofort unter dem Motto "Wir machen (auch) _Musik_ und die gibt's im Internet" agieren. Das machen nämlich "die Großen" schon. (Und dort gibt's dann als "Musik" vornehmlich die Kacke zu kaufen, die den ganzen Tag über im Radio dudelt.)

Willkommen im Einerlei? M.M.n. lieber nicht. Netlabels sollten Interesse auf sich ziehen. Eine Abgrenzung vom Rest der Musik-Welt wäre da hilfreich, denn Abgrenzung ist nicht immer etwas Schlechtes, sondern kann auch im positiven Sinne stattfinden und Interesse wecken. Also soll das Kindchen auch seinen eigenen _Namen_ bekommen. Zumal die Anhänger elektronischer Musik (=Netlabel-Zielgruppe!) sowieso schon in der Minderzahl sind (gemessen am gesamten Musikmarkt).

Glaubst'e denn, daß plötzlich einer zum Dub- oder Tech House-Liebhaber wird, der es vorher nicht war, nur weil ihm gesagt wurde, daß das (a) richtige "Musik" ist, die es (b) übrigens für lau im Web gibt? Ich glaube das nicht.

Und mal ehrlich: Daß es bei "Netaudio" um "Musik" gehen soll, wird der geneigte Interessent - der z. B. Plakat oder Flyer der nächsten Netlabel-Paryt liest - schnell gecheckt haben. Außerdem kommt's phonetisch ganz cool, finde ich.

meint: Wedge am 31.08.04

@Wedge:
Ich weiß nicht, ob ich dich da richtig verstanden habe, aber "Audioschrott" publizieren Netlabels wie Autoplate, CONv und etliche weitere keinesfalls... dass das Musik für ein kleines Grüppchen Nerds ist, oder, wie ich das gerne sehe, teils Metamusik (Musik, die Systematiken beschreibt und deutlich mehr inspiriert, als unterhält), versteht sich von selbst. Auch, oder gerade, hier, sehe ich einen Unterschied zwischen Netaudio und konventionellen Tonträgern nicht, nur, dass die kleinen (teilweise CDr-)Labels, die solche Musik oft auch selbst distributieren, mitunter schwerer zu entdecken sind.

Der Unterschied ist schlicht und einfach: Netaudio kommt, ob mans wahrhaben will, oder nicht, von der Demoscene. Auf dem Weg von Demostyle über Dub bis in die Diversifikationen zu Ambient und Drum'n'Bass sind selbstverständlich immer wieder Quereinsteiger dazugekommen, teilweise sicherlich auch Leute, die das Netaudio-System in völlig andere Stilichtungen transportiert haben. Aus dieser Entwicklung , die jetzt vielleicht etwas mehr als 5 Jahre hinter sich hat, hat sich bislang aber, auch selbstverständlich, noch kein echter Mainstream gebildet, der Maßstäbe setzen kann, wie es die Charts tun und auch entsprechende Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Für das Kollektiv der unzähligen Netlabels ist es daher schwierig, die Entwicklung im Vergleich zum "konventionellen" Musikmarkt gezielt voranzutreiben und der Prozess ist sehr langwierig.

Ich bin sehr gespannt, was sich in den nächsten Jahren so tun wird, zumal ja auch die Industrie mehr und mehr auf (kostenpflichtige) Downloads baut. Events wie die Netlabel Night sind auf jeden Fall eine positive Sache, auch wenn man noch genau gespürt hat, dass es in dieser Form eine Premiere war - das Lineup muss besser abgestimmt werden (was eigentlich leicht möglich gewesen wäre) und die Kommunikation mit den Artists muss einfach besser laufen.
Ich persönlich würde auch umsonst spielen, wenn sich mir die Gelegenheit böte, aber eine Aufschlüsselung über die Verwendung von 8€ Eintritt sollte einem umsonst spielenden Künstler schon gegeben werden, gerade in einer (noch) so kleinen und persönlichen Szene wie dem Netaudio-Bereich.

meint: renniac am 31.08.04

Hallo "Netaudio Freaks",

erstmal muss ich sagen, dass ich es am Freitag sehr nett fand und es mich (auch ob der hitzigen Vorfelds-Diskussionen zum Thema Line-Up) sehr gefreut hat ein paar von den Leuten persönlich kennenzulernen die ich bislang nur von E-Mails oder hörensagen kannte. Sehr gefreut hat es mich auch diejenigen wiederzutreffen die ich bereits kannte. Aber soetwas ist ja sehr häufig bei "Festivals" oder ähnlichem der Fall.

Zum Thema "Netlabel-Schrott", reale Labels, persönlichem Geschmack und musikalischer Qualität möchte ich hier nur kurz etwas zum Thema Autoplate sagen (weil ich dort selber involviert bin), was aber meines wissen nach für einige andere Netlabel und Netlabel-Künstler ebenso gilt.
Anscheinend haben nämlich einige "richtige" Label nicht geringes Interesse am Material der dort veröffentlichenden Künstler und sind erst über ihre Begeisterung für die jeweiligen Netaudio-Releases auf die Künstler gestossen.
Die Rede ist dabei von Labels auf deren Namen man häufiger stösst wenn man sich mit elektronischer Musik beschäftigt. In meinem Fall ist es City Centre Offices, aber ich weiss auch von Künstlern die von noch bekannteren Labels angefragt wurden. In einigen Fällen gab es sogar mehrfache Anfragen verschiedener Labels.

So weit scheint Netaudio in gewissen Teilen also nicht mehr von den Qualitäten und dem Geschmack der "Hartware-Label" entfernt zu sein. (-:

Natürlich gibt es im Netaudio-Bereich auch eine Menge Musik der man ganz objektiv die Stempel "einfallslos", "1000 mal gehört", "schlecht Produziert", "unstimmig", "zielos" oder "unausgegoren" aufdrücken könnte.
Aber wo Stücke veröffentlicht werden, die nur sehr wenig Leute begeistern können und kein grosses Interesse wecken, da klickt auch schnell niemand mehr hin und drüber lesen wird man wahrscheinlich auch nur selten.

Wenn man den Hörer erstmal erreicht hat und ihm das Material dann Konstant gut gefällt klickt er sicherlich auch wider hin.
Musikhörer gibt es (und ich hoffe da sind wir uns einig) eine ganze Menge und das jeder seinen individuellen Geschmack hat ist mitunter das Potential, das der Fülle an Produktionen erst Gehör verschafft.

in diesem Sinne und mit liebem Gruss an alle die am Freitag dabei wahren,
martin

meint: martin am 01.09.04


CCO, klingt gut... vielleicht sehn wir uns da mal wieder, wenn ich irgendwann meinen Krempel organisiert kriege ;)

meint: renniac am 01.09.04

böh, wer hat meine schönen offtopic-tags geschluckt? *g*

meint: renniac am 01.09.04

Hossa, welch unterschiedliste Reaktionen es auf eine Event wie diesen gibt ... also zunächst mal finde ich, daß es ein wirklich sehr gelungener Abend war. Ein großartiges Line-Up (und ich fand´s auch besser, MEHR Acts für teilweise "lächerliche" 30 min. spielen zu lassen, um einfach eine Bandbreite vorzustellen, anstatt jeden Künstler 1 1/2 oder so zu gewähren, dann wäre der Abend bestimmt auch sehr fein, aber bei weitem nicht so bunt, spannend und aufschlussreich über den ein oder anderen Act bzw. Labelsound gewesen. Ich denke auch, jeder der da mitgemacht hat, wußte über die "Nicht-Bezahlung" Bescheid, wer dazu keine Lust hatte oder wem´s zu weit war etc., der mußte ja auch nich mitmachen.
Ob da wirklich 200 - 300 Leute unten im Sensor waren, kann ich nicht sagen, mir kam´s schon weniger vor, aber man sollte nicht vergessen, daß wohl wirklich die wenigsten davon auch wirklich 8,- Euro bezahlt haben (selber Artists, Gästeliste, vor 23.00 Uhr: nur 3,-Euro, andere vergünstigungen für Artists, die damit bezahlt wurden etc.). Wenn sich also nun Leute fragen, warum da kein Gewinn ausgeschüttet werden konnte, der sollte sich auch nochmal Prymer´s Kommentar im vorangegangenen Artikel durchlesen. Und eine kommerzielle Veranstaltung war dies im eigentlichen Sinne ja schliesslich auch nicht.

Kurz zum Bezug Wurzeln in der Demoscene: Neben hier teilweise schon aufgezählten Roots darf man nicht vergessen, dass diese Netlabel-Night auch überhaupt erst im Rahmen einer Demoscene-Party ins Leben gerufen wurde. Und wäre diese Party oben in der Essigfabrik nicht gewesen, hätte es bestimmt auch weniger Zulauf unten im Sensor gegeben. Kann nur jedem empfehlen, selbige Party nochmal in selber Location ohne Evoke im Hintergrund aufzuziehen ... wäre gespannt, wie groß das Jammern um finanzielle Verluste dann wäre seitens des Organisators. Denke auch, wie Prymer es schon sehr schön beschrieben hat, dass es hierbei einfach unter anderem mal ne gute Möglichkeit war, sich untereinander (Netaudio-Scene) kennenzulernen, nen schönen Abend zu haben und dem ein & anderen noch die Möglichkeit zu geben, sich und seine Musik zu präsentieren. Wem das zu doof oder zu teuer war, der musste ja einfach nur nicht hingehen. Denke für alle anderen war das aber sicherlich - mich eingeschlossen - ein durchaus sehr feiner, interessanter und lustiger Abend. :)

Wer sich von dem Abend versprochen hat, daß es gefüllte Hallen voller Leute gibt, die mit "Netaudio" erstmal nix zu tun haben und plötzlich dankbar auf dieses Phänomen gestossen sind und nun plötzlich ein anderer Level erreicht worden wäre, den kann man nur müde belächeln meiner Meinung nach.

Das Netaudio zur Zeit noch sehr undergroundig ist, ist auch nicht das Problem der Qualität von Netaudiomusik ansich, selbiges Problem hat auch jedes "richtige" kleine Elektro/Independent/Punk/whatever-Hardware-Label, sondern einfach eine Frage der Publicity und der Qualität des Labelsounds. Kaum ein Netlabel ist beispielsweise so "erfolgreich" wie z.B. Thinner, und die haben bestimmt schon mehr Bekanntheitsgrad als oben erwähnte "richtige" kleine Hardware-Label, aber das liegt nun auch mal daran, daß sie einfach sehr gut organisiert sind, einen Labelsound haben der seine Fans und Foren findet, sehr aktiv sind und sich nicht nur eine kurz zusammengeschusterte html-seite und schnell produzierten Sound machen, den sie dann ins Netz stellen, sondern kontinuierlich Promo-Cd´s an Magazine schicken, Auftritte für ihre Leute organisieren etc. Man könnte also sagen, es GIBT schon Erfolgsbeispiele, wenn natürlich dieser Erfolg auch relativ ist. Dass es noch ein weiter Weg ist, auch andere Hörer statt nur Musikfreaks im Netz für Netlabel-Musik zu begeistern, liegt schon allein daran, dass sie eben nur dort erhältlich ist, und auch darauf muss man erstmal nach und nach stossen. Das Musik, die im Netz veröffentlicht wird, auch bei "normalen" Leuten auf sehr positives Gehör stösst, habe ich in meinem Bekanntenkreis und darüber hinaus in deren schon oft mitbekommen. Man muss also einfach weiterhin neben der Musik auch kontinuierlich am Bekanntheitsgrad arbeiten, um erfolgreich werden zu können. Denke, das ganze steckt noch in einer langen, auch spannenden Entwicklung, und Abende wie diese sind ein verdammt guter Schritt in die richtige Richtung, die man fortsetzen sollte - abgesehen davon,dass er auch noch viel Spaß gemacht hat! :)

Im Endeffekt, für jeden "enttäuschten" Fan der Netaudio-Kultur hier über den Abend - hinsetzen und einen besseren organisieren - ist auf jeden Fall im Sinne von Netaudio und dürfte manchen voreiligen Nörgler verstummen lassen ;)

In diesem Sinne, bis zur nächsten Paddy und grosses Danke nochmal an Prymer & Co. für den wirklich feinen, feinen Abend!!

:)
Jörg (Rackler)

meint: Jörg Friedrichs am 01.09.04

Eine Sache die mir verdammt noch mal immer öfter auffällt: Ich habe einfach überhaupt keinen Bock mehr, für Musik zu bezahlen! Seit zwei Jahren fliesst nur noch feinste Musik legal und kostenlos auf die Festpladde. Wozu noch CDs kaufen? Vor einem Jahr startete mein persönliches Manifest "CD-Kauf-Boykott". Die nötigen News über wichtige CD-Releases besorgt dann Saturn, Tonspion (und ähnliche Formate) und die Privatkopie.

Meine Freundin könnte ein Lied singen von dem freudestahlenden Froschköniggrinsen plus triumphierenden "Ätsch, Gringos! Das kostet alles nix. You know umsonst! HAHAHAhahahahahhh!"

Aber dafür bin ich auch bereit, die eingesparte Kohle hin und wieder mal in ein ICE-Ticket plus Eintritt und *ähm* vor Ort "Verpflegung" zu investieren.

meint: 020200 am 01.09.04

Hey,
ich persönlich war leider nicht vor Ort gewesen, wäre aber gerne dabei gewesen.:-)

Ansich ist die Netlabel - Szene mehr als ein Interessantes Kapitel geworden. Klar ist es eine feine Sache, sich die Musik je nach Geschmack ,ohne das man bezahlt, aus dem Netz zu saugen. Jedoch denke ich wird es immer das Ziel eines Musikers sein, seine Musik auch auf einem Medium in der Hand zu halten. Meiner Meinug nach gehört das im Endeffekt auch dazu bzw. geht es doch darum.

Als Musiker auf 10 Netlabels zu veröffentlichen kann im Endeffekt ja nicht das Ziel sein.
Trägt sicherlich zur Promotion bei, durch die globale Verknüpfung im Internet - und dann ?

Somit wird es sicherlich unumgänglich sein, dass früher oder später sich diverse Netlabels herauskristallisieren, die Qualitativ das Zeug zum Hardware Label haben und somit auch den Weg gehen werden.- bzw. auch beides betreiben werden -jedoch dann nur noch gegen Bezahlung.

Mich persönlich würde es nicht stören, gegen eine Summe X auch die Downloads zu bezahlen um somit auch den Künstler zu unterstützen um womöglich für das NEtlabel X dann wiederrum die Möglichkeit zu schaffen aus den Einnahmen dann eine tatsächliche CD Compilation auf dem freien Markt zu finanzieren oder gar Vinyl Platten zu erstellen die wiederrum neue Einnahmen mitsich bringen - wodurch wiederum auch der Künstler seine Entlohnung bekommt.

Ich empfinde dieses Möglichkeit für die Labels und Künstler mehr als sinnvoll.

Vorallem auch für den Konsumenten, denn ich für meinen Teil habe da eher eine Platte in der Hand als ein Mp3 auf dem Rechner.

Ganz davon abgesehen, dass man dann auch ein anderes Publikum erreicht - was ja nicht gerade verkehrt sein kann.

dicken gruss
christian quast aka yatsuo.motoki

meint: Christian Quast am 02.09.04

es gibt die möglichkeit von donation mit hilfe von paypal etc. dennoch wird das kaum ein konsument einem produzenten geld spenden, wenn er doch kostenlos an die musik gekommen ist. soll nicht heissen das ich das jetzt nicht machen würde ;)

wieso sollte ein netlabel irgendwann zu einem label "aufsteigen" das vinyl herstellen lässt? in meinem fall war es umgekehrt. der markt war übersättigt und mein vinyl label konnte ich auf grund von zu geringen verkaufszahlen nach zwei veröffentlichungen gleich wieder einstampfen. das selbe könnte dem netlabel nach so einem "aufstieg" auch passieren.

die zukunft ist digital.

meint: dataman am 02.09.04

@Gonzo:
Ich habe lediglich versucht auf eine kulturelle Komponente hinzuweisen, wohlwissend, das Geld meistens eine gewisse Ernsthaftigkeit an den Tag legt.
PS: ich sage das ja auch nicht als schnorrer-kid, sondern als aktiver künstler, denn auch labels verdienen bislang nichts.

meint: 020200 am 02.09.04

@Dataman
klar - die zukunft ist Digital. Ich spreche ja auch vielmehr davon, das gesunde Mittelding vielleicht für Netlabels zu finden.
- wir gehen jetzt vom normaluser aus, der nicht die Tauschbörsen nutzt....
Vielleicht eine zukunftsvision, jedoch denke ich durchaus Real, dass die Netlabels Ihre Downloads der veröffentlichungen für Summe X anbieten.
Wodurch dann die möglichen finanziellen Grundlagen gesichert sein könnten, für einen Vinyl Release z.b. !

Schau mal auf www.tanith.org. Tanith denkt gerade drüber nach, sein altes label evtl. wieder als Netlabel mit Bezahl Downloads anzubieten !!!!

Und obs in der zukunft nur noch Mp3 DJs gibt, oder auch nicht ! Ob die CD abgeschafft wird und das Vinyl seine Marktstellung verlieren wird aufgrund der sich stets entwickelnden Technologie !! Alles Fragen ..... ohne wirkliche Antwort.

Ich würde sagen .... man wird sehen was kommt. Auf jeden Fall ist das ganze für sich eine sehr feine sache ... und diese Netlabel Partys sollte man desöfteren organisieren...

Und anbei .. aus der Demo-Szene bin ich auch... aber das ist schon 13 Jahre her .... Sanity nannte sich das ganze damals auf dem Amiga... :-)
Aber keine Ahnung obs die noch gibt !!


grützlie ..
christian quast

meint: Christian Quast am 02.09.04

tjo was soll man sagen? erst einmal herzlichen dank an prymer für diese geniale party. für mich persönlich war dies wieder mal mein highlight des jahres. hat spass gemacht mal auf hip hop und drum'n'bass abzugehen und im sessel bei chilligen tunes zu lümmeln.

und was bezahlung der künstler angeht, sehe ich diese party nicht als eine art kommerzielle veranstalltung wie die regulären parties in den clubs sondern als eine art treffen mit guter und vor allem abwechslungsreicher musik. in diesem kontext alles achtung! diese 45€ hab ich gerne an dem wochenende da gelassen.

in dem sinne auf weitere solche events!

meint: dataman am 02.09.04

"Ich habe einfach überhaupt keinen Bock mehr, für Musik zu bezahlen!"

Genau, finde ich auch, Musik ist ja auch nichts wert, gibt's ja überall kostenlos zum Download und so. Und ansonsten einfach brennen, Rohlinge kosten ja auch nichts mehr, geil! Ist doch toll, dass man die Arbeit der Musiker nicht mehr entlohnen muss, und unter uns: wie bescheuert die sein müssen, alles umsonst abzudrücken. Überhaupt - diejenigen, die für ihre Musik noch entlohnt werden sollen, können mich sowieso alle mal am Ar*** lecken. Eigentlich bin ich sogar der Meinung, dass man mich für das Anhören von Musik bezahlen sollte, schließlich bin ich ja der Konsument und damit auf der Siegerseite!

meint: gonzo am 02.09.04

@ Ronny ...
ahja ... sieh mal einer an ? Warst du da damals aucauch bei Sanity ? Also das ist ja schon 13 Jahre her !!! Mike D./Sanity war ich damals .. danach war noch kurz Anarchy und Complex angesagt ... :-) Sanity war ja noch jung und mit Elysium grad am Start. Ging dann bloss alles auseinander :-(
Grüss die mal schön, Mr. Pet kenne ich ja auch noch ....
Christian

meint: Christian Quast am 06.09.04

[ein wenig OT]

hi christian,

sanity als solches gibt's nicht mehr. chaos ist jetzt bei uns (farbrausch), mr.pet macht sein vj projekt einklang.net, worunter er auch schon eine demo released hat. was mit den anderen so los ist, weiss ich auch nicht.


gruss,
ronny
[/ein wenig OT]

meint: ronny am 06.09.04

ne, ich war nicht in sanity. zuerst war ich in alphaflight, dann teklords und irgendwann habe ich dann farbrausch mitgegründet. ich arbeite allerdings in der gleichen firma wie dierk und pet auch. du kommst aus hamburg? warst du mal im unit3?

cheers,
ronny

meint: ronny am 07.09.04

@ronny
hast du eine Email für mich ... ich denke es ist besser wenn ich dir per email schreibe ..
wäre sonst zuviel OFF TOPIC für Phlow denke ich ..

meine wäre : info@christian-quast.com

schick kurz ne Email und dann schnacken wir weiter ... :-)

best,
christian

meint: Christian Quast am 07.09.04

Die Netlabelnight war echt super, kann ich nicht anders beschreiben. Die meisten Gäste waren gut drauf, die Location war wie oben beschrieben sehr stimmungsvoll und die Musik war sehr kurzweilig. Zumal vorne an den Tischen häufig gewechselt wurde.

Sehr witzig fand ich auch die Tatsache, dass am Anfang nicht getanzt wurde. Als sich dann einige gut aussehende weibliche Gäste auf die Tanzfläche wagten dauerte es nicht lange bis diese mit Männern gefüllt war. ;-)

meint: Ghandy am 09.09.04

@Christian,

Hey, eine alte Amiga-Swapper-Legende! :) Jau, Sanity hat sich 1994 glaub ich aufgelöst. Volker (Jester/Sanity) macht aber auch noch Musik, Ambient/Elektro (als Oddjob) und ist auch sonst fleissig an unserer Labelarbeit beteiligt. Musik von ihm kannst Du Dir auf unserer Seite www.ideology.de ziehen.
Warst Du eigentlich auch auf der Evoke?

Grüße aus Köln :)
Jörg

meint: Jörg am 09.09.04

@jörg ... das ging schon damals gut ab beim swappen :-).....
na, den jester kenne ich nicht wirklich persönlich. die kamen alle dazu als sanity schon auf dem absteigenden ast war .. ich war damals mehr mit Bit Arts im Kontakt. Würd mich mal interessieren was bei dem geht ...

Kennen wir uns denn von früher ?

best,
christian

meint: Christian Quast am 14.09.04

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