Agentur Renommee: "Wir schaffen Verwertungsmöglichkeiten für die Künstler"

Rubrik » Interview Portrait

renommee_bild.jpgAm 21. Juni 2004 startete die Agentur Renommee im Auftrag von Mercedes Benz die kostenlose Download-Compilation "Mixed Tape". Nach dem dritten Online-Album verzeichnet die Agentur nach eigenen Angaben bereits über 2,5 Mio. Downloads. Neben Nachwuchskünstlern sind maßgeblich Netlabels am Erfolg beteiligt, deren Künstler kostenlos Songs zur Verfügung stellten. René Herzer und Brian Bray von Renommee erklären Phlow das Konzept.

Interview: mo.

Phlow: Eure Agentur hat das "Mixed Tape" von Mercedes Benz ins Leben gerufen. Könnt Ihr kurz das Konzept erläutern?

René Herzer: "Mixed Tape" ist eine kostenlose Online-Musikplattform mit hochwertiger innovativer Musik zum Hören und Herunterladen für Musikinteressierte und zum Hochladen und Bewerben für Musiker.

Brian Bray: Ziel ist es, innovative Künstler aus aller Welt zu fördern und ihnen zu ermöglichen, sich einem großen internationalen Publikum zu präsentieren. Um sich von anderen Musikangeboten qualitativ abzuheben, werden stets nur 15 exklusive Titel im sechs- bis achtwöchigen Turnus als eine Compilation veröffentlicht.

Phlow: Wie seit Ihr auf die Idee gekommen, mit Netlabels zusammenzuarbeiten?
Bray: Wir empfinden Netlabels als zeitgemäße Form der Distribution von Musik. Das Engagement, die Leidenschaft für Musik und die innovativen Inhalte der Betreiber und Künstler beeindrucken uns. Das möchten wir gern unterstützen, indem wir sie in unsere Projekte wie "Mixed Tape" integrieren.

Phlow: Warum arbeitet Ihr mit Netlabels und GEMA-freien Internetkünstlern zusammen?
Herzer: Wir arbeiten natürlich auch mit Künstlern, die Mitglieder in einer klassischen Verwertungsgesellschaft sind. Entscheidend für unsere Zusammenarbeit mit allen Künstlern sowie Labels und Verlagen ist immer das künstlerische Potenzial und die Form der Zusammenarbeit. Für "Mixed Tape" verwenden wir aus Projektgründen viele GEMA-freie Werke. Vor allem wegen der wirtschaftlichen Planbarkeit ist es schwierig, kostenfreie Internet-Musikangebote zu machen, da die GEMA pro Download abrechnet, wir aber keine Einnahmen pro Download dagegen rechnen können. Bei vielen Downloads kann das dann schnell jeden Budgetrahmen sprengen. Bisher ließ sich leider keine Regelung finden, die solchen Projekten, von denen Anbieter und Musiker gleichermaßen profitieren, eher gerecht wird. Aber wir arbeiten daran.

Phlow: Wie seht Ihr das Konzept der GEMA in Bezug auf das Internet?
Herzer: Wir halten Verwertungsgesellschaften wie die GEMA als Vertreter von Künstlerinteressen für sehr sinnvoll und unterstützenswert. Leider sind die rechtlichen und bürokratischen Rahmenbedingungen, denen die GEMA unterworfen ist, die sie aber auch teilweise selbst gestaltet, nicht an die Wirklichkeit in den Neuen Medien angepasst. Hier erscheint uns die Situation unflexibel und veraltet. Dies führt nicht immer zur besten Vertretung der GEMA-Mitglieder.

Bray: Speziell für Musikangebote im Internet sind technische Lösungen zur direkten Verrechnung mit dem Musiker denkbar, sodass der Kostenfaktor Verwertungsgesellschaft zu Gunsten der wirklich Beteiligten wegfallen könnte. Wir begrüßen daher Bemühungen wie die von Media Control, eine eigenständige Verwertungsgesellschaft zu gründen, damit Wettbewerb und dadurch hoffentlich Bewegung entsteht.

Phlow: Wie profitieren die Künstler von Ihrer Zusammenarbeit mit der Agentur beziehungsweise mit Mercedes-Benz?
Herzer: Als Renommee bringen wir Musik in Marken und in professionelle Medien und schaffen so zusätzliche Verwertungsmöglichkeiten für die Künstler, die über den Verkauf von Musik an den Endkunden hinausgehen. "Mixed Tape" von Mercedes-Benz ist ein gutes Beispiel. Hier erhalten Künstler und Label die Möglichkeit, sich einem großen, breiten und internationalen Publikum zu präsentieren und von der Bekanntheit der Marke und der damit verbundenen hohen Besucherzahl zu profitieren. Ihre Reputation steigt, sie können sich besser vermarkten, und zudem werden sie direkt für Medienproduktionen von Mercedes-Benz in die enge Auswahl genommen. In der Folge konnten wir "Mixed Tape"-Künstler direkt bei Mercedes- Benz, aber auch bei anderen Musikverwendern in kommerziellen Projekten erfolgreich unterbringen. Darüber hinaus verstehen wir uns als Begleiter und Berater der Künstler, der ihnen in vielen inhaltlichen Fragen wie beispielsweise Verlags- und Labelauswahl oder bei Vertragsverhandlungen zur Seite steht.

Phlow: Wie sieht Euren bisherigen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Netlabels aus?
Bray: Wir arbeiten gern mit den Netlabels zusammen; unsere Erfahrungen sind in jeder Hinsicht sehr positiv. Wir sind sehr stolz darauf, mit Netlabels wie Audiobulb, Tokyodawn, Observatory, Alpinechic und anderen eine erfolgreiche Arbeit aufgebaut zu haben. Wir pflegen mit allen genannten Firmen einen engen Kontakt. Allerdings wussten wir natürlich, dass wir mit "Mixed Tape" eine kontroverse Diskussion auslösen würden und gehen diese auch gerne ein. "Mixed Tape" wurde und wird auch weiterhin aufgrund der Reaktionen der Labels verändert und optimiert.

Phlow: Danke für das Interview.

Links


Website: www.renommee.net

Als Favorit speichern » AddThis Social Bookmark Button

Kommentare

Von der Mercedes Homepage:
"Insbesondere sichert der Künstler zu, dass er selbst nicht Mitglied in einer Verwertungsgesellschaft ist und für den Zeitraum von zwei Jahren ab dem Senden der Musikdatei nicht Mitglied in einer Verwertungsgesellschaft wird und andernfalls Renommee bei Neuland + Herzer GmbH und DaimlerChrysler AG von allen Ansprüchen einer Verwertungsgesellschaft freihält, insbesondere über eine Verwertungsgesellschaft erzielte Einkünfte an Renommee bei Neuland + Herzer GmbH und DaimlerChrysler AG weitergibt und die zusätzlichen Kosten (wie Gebühren der Verwertungsgesellschaft) übernimmt."

Um einmal kurz klarzustellen was hier wirklich passiert :
1. wenn man etwas hochlädt stimmt man gleichzeitig zu in den nächsten 2 Jahren nicht in eine Verwertungsgesellschaft (in Deutschland Gema) einzutreten.
2. tritt man doch in die Gema ein so hat man die für Mercedes entstehenden Gema Gebühren sowie zusätzlich anfallende Kosten zu tragen.

Gut zu wissen ist auch :
Ist ein Künstler bei der GEMA fallen automatisch alle seine Kompositionen unter den Schutz der GEMA. Der Künstler muss aus diesem Grund alle seine Kompositionen bei der GEMA anmelden.

Im ernstfall könnte das wie folgt aussehen:
Du machst einen Song und schickst ihn zu Mercedes. Du kommst gut an und bist beim "tollen" Mixtape dabei. Zwei Wochen später schreibst du einen Hit und bringst den direkt bei einem Kommerziellen Label unter. Dein Stück wird von Radiostationen rauf und runtergedudeld und im Fernsehen gespielt. Du siehst davon aber keinen Pfennig, weil du nicht in der GEMA bist. Also gehst du in die GEMA und musst damit rechnen an Mercedes bzw. Renommee erstmal die >100000 downloads + Zusatzkosten zu bezahlen von denen du von der GEMA wohl eh nur einen Teil und das auch erst nach über einem Jahr wiedersehen wirst.

Und solche Leute behaupten Künstler zu fördern und finden auch noch Hörer, Mags und Musiker die den Schwachsinn glauben. Mal abgesehen davon, das man mit seiner Musik Werbung für Daimler macht.

Ich bin wirklich kein Freund der GEMA, aber das jetzt überall Leute auftauchen die Gemafreie NETLABEL Musik nutzen wollen, weil man sie "umsonst" runterladen und beim abspielen nicht einmal GEMA bezahlen muss, finde ich zutiefst bedenklich.

gruss,
voltaire

meint: voltaire am 16.11.04

es ist ja wohl keine neuigkeit, dass "kostenlose
veroeffentlichung im netz" und gema(o.ae.)-mitgliedschaft
sich nicht vertragen. die angesprochenen probleme
treten genau so bei jedem anderen netlabel o.ae.
auf, nur dass man dort wohl eher das release loeschen
wird, bevor grossartige kosten anfallen.

wer gema mitglied ist darf eben, nach willen
der gema, nichts kostenlos im netz veroeffentlichen.
und das ist ausnahmsweise nicht die schuld von daimler.


bis denn!
martin

meint: martin am 16.11.04

somit hat sich dann auch Creative Commons für die bereitgestellten Tracks erledigt, oder sehe ich das falsch. Die Rechte sind ja dann an die Agentur abgetreten?

meint: dati am 16.11.04

Ich sehe den Erneuerungsbedarf vor allem bei der Verwertungsgesellschaft GEMA. Schließlich ist das als Dienstleistung gedacht, nicht als Klotz am Bein. Und der Fall überraschender one-hit-wonder: natürlich kann man auch persönlich die Tantiemen einfahren. Aber dort wird man es vermutlich auch mit "bürokratischen Schranken" - besser: Schikanen - zu tun bekommen.

meint: 020200 am 16.11.04

Also, das Problem ist doch altbekannt und reduziert sich nicht auf die Online-Verwertung von Musik. Bei sämtlichen Tonträgerherstellungen schaltet sich die GEMA automatisch zwischen - auch bei Vinyl-Produktionen, die nur im Club laufen. Diese führen aber oftmals keine Titellisten, sondern zahlen pauschal GEMA-Abgaben, die dann aber wiederum nicht den kleinen Labels zukommen, sondern wieder bei den Künstlern der Großindustrie landen.

Wer zudem jemals eine GEMA-Abrechnung als Künstler gesehen hat, wird aus dem kryptischen Material ohnehin nicht schlau und ein Verwaltungsabzug von 30% der gleich in der verstaubten GEMA-Bürokratie hängen bleibt, ist ebenfalls nicht transparent und schon gar nicht zeitgemäß. Insofern wird es Zeit, daß das GEMA-Monopol fällt, nach 100 Jahren muß einfach mal frischer Wind her und die Altherren der GEMA dürfen in Rente bevor sie sterben (der GEMA-Vorstand hat viele verstorbene Ehrenmitglieder).

Also, ich kann es nicht nur nachvollziehen, auch wir suchen vorwiegend GEMA-freie Künstlern - zumal wir denen im Gegenzug auch höhere Lizenzen anbieten können und schneller und flexibler arbeiten können.

meint: Carsten Marmulla am 17.11.04

Das Gema Problem wird vor allem deutlich, wenn man sich die Texte der Gema zu diesem Tehma selbst einmal durchliest:

http://www.gema.de/urheberrecht/fachaufsaetze/internet.shtml

Was die beide Herren in fortgeschrittenem Alter dort schreiben ist schon sehr weltfremd.

Meiner Meinung nach haben die etabliertren Medienvertreter (Gema, wie auch Musikindustrie) nicht verstanden, dass sich Geschäftsmodedelle aus der realen Welt nicht eins zu eines auf das Internet übertragen lassen.
Die Abrechnugspraxis der Gema sieht im Monent z.B. so aus, dass man die bisher angewandten Regellungen für Rundfunk und mechanische Vervielfältigung direkt auf das Internet anwendet werden; - mit allen Vor- oder hier wohl eher Nachteilen.

Die Gema als Institution hat eine Berechtigung, nur Erneuerung tut hier Not.

Firmen, wie die im Interwiev gennannte, nutzen dabei natürlich die vorhandenen Lücken aus, die durch eine Verwertungsgeselllschaft entstehen, die das Medium (oder besser den Distributionsweg) noch nicht in voller Weise erfassen kann. Insofern ist das Mixtape meiner Ansicht nach in dieser Form nur möglich, da sich bisher noch keine vernünftige Regellung zur Vergüttung durchgestetzt hat.

Jetzt aber hat Mercedes die möglichkeit sich kostengünstig mit neuer, interessanter Musik zu versorgen. Und da es in der Musiklandschft momentan ohnehin nicht gerade rosig aussieht, spielt man eben auch bei Mercedes mit den Hoffnungen der unbekannter Künstler groß rauszukommen. Fair finde ich diese Praxis leider nicht.

fulke

meint: fulke am 17.11.04

Entschuldigung, ich verstehe nicht genau eure Argumentation. Natürlich ist die GEMA in extrem vielen Punkten äusserst unzeitgemäss und besonders den weniger aktiven und präsenten Komponisten nicht wirklich wohl gesonnen. Natürlich muss sich da etwas ändern, aber doch bitte nicht auf Kosten der Musiker.
Mir ging es auch nicht um die GEMA, sondern um den Punkt, das hier jemand mit Musik Geld verdient ohne die Künstler dafür zu bezahlen.
Das geht nebenbei auch gegen die Idee von Creative Commons.

Wer denkt hier währe kein Geld im Spiel, der ist blind auf beiden Augen.
Bei 2,5 Milionen Downloads und Artikeln in Computerbild mit dem Inhalt "auch Mercedes geht jetzt mit einem neuen Downloadservice an den Start" sollte man auch mal bedenken, das (a.) Mercedes damit dicke Eigenwerbung macht und (b.) die Herren von Renommee sich dabei sicherlich ein schönes dickes Budget in die Tasche schieben, von dem aber keiner der Künstler etwas sieht.

Und spätestens hier sollte doch auch dem Laien der Unterschied zwischen einem ideologisch motiviertem und ertraglos betriebenem Netlabel
und einer solchen Werbe/Kommerz-Plattform deutlich werden.

meint: voltaire am 17.11.04

ich glaube nicht, dass creative commons und daimler
mixtape unvertraeglich sind. tatsaechlich raeumt
man den mixtape-leuten ja deutlich weniger rechte
an seinen tracks ein, als jedem anderen via
creative commons.

ein klares statement von den machern dazu
waere allerdings wuenschenswert. (statt solchem
'agentur-blabla' wie im interview)

zumindest erscheint es mir so, dass diese mixtape-aktion
sich nicht gross von anderen netlabels
unterscheidet, abgesehen davon dass
traffic und server von daimler statt von archive.org
gesponsort werden.

bis denn!
martin

meint: martin am 17.11.04

...bei der gema muss sich was aendern...

> aber doch bitte nicht auf Kosten der Musiker

aber selbstverstaendlich! und zwar genau auf
kosten derjenigen musiker, die bisher auf kosten
der anderen profitiert haben. woher sollte das
geld auch sonst kommen. (gut, man koennte
obendrein den "verwaltungssumpf" abspecken...)

> das hier jemand mit Musik Geld verdient ohne
> die Künstler dafür zu bezahlen.

nun, neben der publicity hat man auf der
haben-seite immerhin ca. 200+ gig trafic
pro track, bei bedarf auch
sicher noch mehr.

mir ist nicht so recht klar, worin der nachteil
besteht, wenn sich jemand meine musik nicht
von meiner seite auf meine kosten runterlaed,
sondern von daimlers seite auf deren kosten.

problematisch ist das allenfalls, wenn man seine
musik nicht mit dem bekannten
karrossenhersteller in verbindung gebracht
haben will. aber dann macht man da halt
einfach nicht mit.

> Das geht nebenbei auch gegen die Idee von
> Creative Commons.

nunja, kommt drauf an wie man es auslegt:
duerfen kommerzielle radiosender
(mit werbung etc.) musik die unter cc faellt spielen?

duerfen djs die fuers auflegen geld bekommen
dazu musik unter cc verwenden?

beim lesen des wortes "noncomercial" der
cc koennte man auf die idee kommen,
diese beiden fragen zu verneinen.

aber waere das sinnvoll fuer die kuenstler?!

bis denn!
martin

meint: martin am 18.11.04

Voltaire hat in allen Punkten Recht.

Mehr ist dem nicht hinzuzufügen.

Zum Glück gibt es noch Kollegen die ihren Spirit nicht an Agenturen verscherblen, die mit Knebelverträgen locken.

Thinner&Autoplate

meint: Sebastian am 18.11.04

kann man als gema mitglied denn auf thinner/autoplate veroeffentlichen?
(ohne zusaetzliche kosten)

bis denn!
martin

meint: martin am 18.11.04

Bitte per Private Mail kontaktieren für Antwort.

meint: Sebastian am 18.11.04

sorry, hab die mail-adresse verloren (plattencrash),
und info@ kommt nicht an?

bis denn!
martin

meint: martin am 18.11.04

Volle Zustimmung! Vor allem bei

"Wer denkt hier währe kein Geld im Spiel, der ist blind auf beiden Augen.
Bei 2,5 Milionen Downloads und Artikeln in Computerbild mit dem Inhalt "auch Mercedes geht jetzt mit einem neuen Downloadservice an den Start" sollte man auch mal bedenken, das (a.) Mercedes damit dicke Eigenwerbung macht und (b.) die Herren von Renommee sich dabei sicherlich ein schönes dickes Budget in die Tasche schieben, von dem aber keiner der Künstler etwas sieht."

Hat da jemand eine URL dazu?

meint: Michi am 18.11.04

Hallo,
ich bin Brian von der Agentur Renommee. Gerne möchte ich zu den genannten Punkten Stellung beziehen und lade wirklich jeden persönlich ein sich mit mir bei Fragen, Anregungen und Kritiken in Verbindung zu setzen. (brian.bray@renommee.net)
Mixed Tape ist mit seinen Inhalten, seiner Form und den rechtlichen Rahmenbedingungen nicht in Stein gemeiselt und kann daher an die Bedürfnisse der Künstler angepasst werden. Ein Dialog ist ein erster Schritt hierzu.
Die Sache mit den Verträgen:
- Wir haben die Verträge geändert. Natürlich können wir zu großen Teilen für Mixed Tape lediglich Künstler aufnehmen die in keiner Verwertungsgesellschaft gemeldet sind. Jedoch haben die zwei Jahre keine Gültigkeit mehr. Natürlich ist es möglich direkt nach einem Mixed Tape Release Mitglied einer Verwertungsgesellschaft werden. Dieses Prozedere haben wir bei einigen Künstlern schon gemacht. Dem steht nichts im Wege und Rechte werden hierdurch auch nicht entzogen.
- Bei Mixed Tape werden keine Rechte übertragen. Alle Rechte bleiben selbstverständlich beim Künstler. Wir knebeln niemanden.
- Es gibt Regelungen von der GEMA bzgl. der digitalen Distribution und wir bewegen uns auch in keinem Graubereich. Lediglich sind deren Bedingungen nicht immer anforderungsgerecht. Natürlich ist die GEMA für bestimmte Bereiche hilfreich.
- Tatsächlich haben viele Mixed Tape Künstler durch die Teilnahme bei Mixed Tape bereits Geld verdient. Lizenzierungen für weitere Medienproduktionen sind selbstverständlich und Tagesgeschäft.
Ich freue mich auf Eure Anmerkungen.

Lieben Gruß
Brian

meint: Brian Bray am 19.11.04

hallo brian,

interessante diskussion hier, und schön dass du dich da selber auch mit einklinkst.

[...]

noch weiter gedacht könnte man da meinen, mercedez hat bock auf ein hippes image (ok, ich bin mir sicher, deren manager hören die benz-tapes (warum eigentlich tapes?) auch wirklich selber sehr oft und brennen die scheiben auch mal gut gelaunt ihren bekannten für deren eigenen cd-player in deren benz), lässt ne agentur sich dafür mal was einfallen, die entdecken diese geschichte mit zeitgenössischen mp3-downloads und sogar noch besser gemafreier musik, so dass benz da noch nicht mal was abdrücken muss (fänden die auch sicher nich gut, immerhin wollen die ja davon profitieren) und denken sich, mensch!
hm, da selber überall durchzuhören is zwar ganz nett nebenbei in unserer agentur, aber benz drückt da so viel kohle für uns ab, da können wir uns auch billig scouts nehmen, die erledigen das für uns und geben uns nur die perlen, wenn wir durch die durchhören reicht das ja auch. (inzwischen schreiben euch ja glaube ich sogar ein paar leute von sich aus an...)

das ganze wird dem musiker dann als riesenchance verkauft, soviel downloads wie noch nie zu bekommen und wahrscheinlich auch noch einige aufträge im medienbereich. klaro, webspace is ne teure sache heutzutage, 5 mb die so´n track einnimmt kosten im monat um den daumen für normalkunden ca. 1,- euro wenn überhaupt, die nehmen die einem schon ab. der traffic is wohl wirklich schon enorm, wobei mich allerdings mal interessieren würde, wie sieht eigentlich der mensch aus, der auf die benz-seite surft und sich dort mp3s runterlädt. aber das is ja schon wieder ne andere sache ... du schreibst: "Tatsächlich haben viele Mixed Tape Künstler durch die Teilnahme bei Mixed Tape bereits Geld verdient. Lizenzierungen für weitere Medienproduktionen sind selbstverständlich und Tagesgeschäft." also werden der hauptteil derer, die dort hin surfen und downloaden, anscheinend produzenten aus dem werbe/medien/musik-geschäft sein könnte man annehmen, die dort neue talente ausfindig machen und ihre aufträge in deren hände geben wollen. klingt logisch und nach tagesgeschäft. würde übrigens auch gerne mal ein paar stimmen derer hier lesen, die das bereits gemacht haben und denen dann dicke deals angeboten worden sind ...

also die 6-8 wöchige promotion für den künstler is letztlich das einzig nenneswerte könnte man mal abschliessen, wobei eine wertung, ob das in zusammenhang mit der marke "benz" nun positiv oder vielleicht sogar eher negativ ist, ja jeder selber entscheiden muss. und wenn man das mal vergleicht mit der promotion, die benz dafür bekommt, is das auch sicher ne total ausgeglichene sache *hüstel*. sicher wäre auch mal interessant zu wissen, wieviel ihr benz als agentur dafür abnehmt, aber das ginge wohl zu weit.

alles in allem hört sich das jedenfalls für mich eher nach einer mächtigen bereicherung für euch als agentur und benz imagemässig und dadurch auch wieder sehr profitabel an. das der künstler dafür von benz oder euch keinen cent bekommt, finde ich nach meinem verständnis der dinge ne riesen-frechheit. und wenn ihr schon geld mit musik und arbeit anderer verdienen wollt, dann sagt das doch einfach mal ganz offen und schwafelt nicht immer nur von toller förderung der künstler und wie schön euer projekt ist... ist es, klaro, in erster linie für euch und mercedez benz.

meint: Jörg am 19.11.04

sogar die musiker in der s-bahn bekommen geld für ihre kunst. die brauchens halt auch. sehr intelligent von den beiden renommees, die schüchternen elektroniker (meist von den alten bezahlte kiddies) auszuschlachten, um sich ein schickes cabrio zu leisten.... naja, wir leben im kapitalismus. geld verdient man durch verkaufen. das muss halt auch den "künstlern" klar sein. jeder trägt die verantwortung für sich selbst und wenn man was verschenken kann, klar, das macht auch spaß. in kölle sacht man, jeder jeck is anders. ich hör meine musik lieber einfach alleene, anstatt mich anzubiedern und ausnutzen zu lassen.

meint: martin am 19.11.04

Macht euch klar, daß selbst bei den Benzgeschichten wo Geld für den Künstler involviert ist, Renommee mindestens 60% für sich abzwacken wird! Das könnt ihr viel besser selbst - ohne Renommee. So schwe ist das nicht die auszuklammern.

meint: jemand der verarscht wurde am 22.11.04

ist es jetzt normal das von bestimmten Menschen unerwünschte Kommentare auf Phlow gelöscht werden?
Da stellt einmal jemand einen Sachverhalt nicht so possitiv dar, wie es gewünscht war und zack ist es vorbei mit der auf Phlow doch immer so gewünschten Meinungsfreiheit.
Ich dachte immer die Grossindustriellen würden nur Politiker bestechen.

meint: voltaire am 24.11.04

@ voltaire: wenn du bzgl. des themas fragen hast, bitte ruf mich an.

http://www.phlow.net/images/anschrift.gif

ich erkläre dir gerne meine motive persönlicher art, dann brauchst du auch nicht mehr zu spekulieren und wildes zeugs zu schreiben. nur gehört das hier nicht hin. darum habe ich es gelöscht.

außerdem könntest du ja einfach deine richtige email-adresse hinterlassen und ich hätte dir längst eine antwort-email persönlich geschrieben. leider hat es aber den anschein, dass du dich versteckst und immer eine neue email-adresse auftaucht. du "zensierst" dich damit selbst und jammerst herum.

außerdem kannst du auch gerne die jungs von renommee selbst einmal anrufen. deren website ist:

http://www.renommee.net/

die jungs sind nett und aufgeschlossen und denen kannst du gerne deine fragen stellen. das ist direkter als phlow zur politischen diskussions-runde zu erheben. vielleicht willst du aber auch gar keine antworten.

liebe grüsse, moritz

meint: mo. am 24.11.04

Kommentar schreiben!

Kommentare:

Klick-Konzept - Essentielles Webdesign