aerotone - netlabel for beautiful electronic music

Rubrik » Interview Portrait

aerotone-1.gifMit erst zwei dafür aber wunderbaren Releases startet das Aerotone Netlabel durch. Das melancholisch-schöne Elektronik-Label versorgt den Besucher dabei mit ausführlichen Informationen seiner Künstler, fragilen Klängen und kann locker in einem Atemzug mit Labels wie City Centre Offices genannt werden. Stefan Schmidt stellt Euch das schön gestylte Netlabel vor.

Text: Stefan "nanoblogg.de"Schmidt

Man sollte meinen geographische Koordinaten spielten für die Kommunikation im Gegensatz zu virtuellen Adressen durch die weltweite Verbreitung des Internets eine immer geringere Rolle; prinzipiell ist es ja auch erstmal irrelevant ob jemand in Berlin, Vancouver oder Reykjavík an seinem Laptop sitzt und dort Musik produziert.

Beim Stöbern durch die Websites interessanter Netlabels erwische ich mich dann aber doch immer wieder dabei, wie ich spätestens nach zwei bis drei Klicks Ausschau nach der Herkunft der Labelmacher halte. Ein wenig verwundert über diesen archaischen Reflex, finde ich es aber dann stets ungemein beruhigend zu wissen, wo die Jungs denn jetzt nun ihre Zelte aufgeschlagen haben. Diese Information bietet zwar meistens keinen allzu großen Mehrwert, macht das Projekt für mich aber dennoch emotional greifbarer als die bloße Webadresse.

aerotone-2.jpg

So auch geschehen bei aerotone, dem melancholisch-schönen Elektroniklabel von Jan Sturm und Tom Ertle, die ihr Basislager ganz in der Nähe von München aufgeschlagen haben. Von dort aus haben sie bisher zwei Veröffentlichungen in die Welt entlassen. Die Debut-Veröffentlichung des Labels kommt von Nicolas Engelhardt, der dort Mitte letzten Jahres unter dem Pseudonym Turnus die wunderbar sphärisch-verträumte EP "valedictions" herausgebracht hat. Seine Musik sollte man vielleicht am ehesten nach einer langen Nacht bei einem Spaziergang durch die noch menschenleeren Straßen hören, während sich am Horizont das erste Licht des Morgens zeigt und man selbst im Schwebezustand zwischen Tag und Nacht den fragilen Klängen seine volle Aufmerksamkeit widmen kann. Als Referenz wären die frühen Veröffentlichungen von Christian Kleine auf City Centre Offices sicher nicht allzu weit entfernt.

Die zweite Veröffentlichung "soundtrack for your wedding" stellt eine liebevolle Zusammestellung vierzehn weltweit verstreuter Musiker dar, wobei es dazu passend erfreulicherweise auf der schicken Website des Labels recht ergiebige Informationen in Form von Fotos, Texten und Verweisen gibt. Dort findet sich beispielsweise der Link zu Luc Hespels Projekt Ecoplan oder dem Portfolio der Coverdesignerin Kheira Linder und auch einiges an biographischen Informationen zu den Künstlern der Compilation, bei denen es hoffentlich vom ein oder anderen noch eine Einzelveröffentlichung auf diesem sympathischen jungen Netlabel geben wird.

Links

Release: aer001 turnus - valedictions ep
Release: aer002 v/a - soundtrack for your wedding

Netlabel: www.aerotone.net
Artist: http://ecoplan.hespel.com
Artist: www.meedchen.de

Als Favorit speichern » AddThis Social Bookmark Button

Kommentare

die navigation auf der seite ist zwar ein bißchen umständlich (warum ist das artwork nicht im .zip wo die madeln & buben sich doch erkennbar viel mühe gegeben haben?), außerdem nervt das rumgeweine ein bißchen (von wegen emotionen und so, die elektronika-szene scheint da echt nachholbedarf zu haben), der sampler bietet dann aber wirklich ein paar highlights und viele neue namen. bin gespannt wie's da weiter geht, jetzt wo jan verheiratet ist. ;)

meint: Sven Swift am 06.04.06

ja, das mit dem fehlenden artwork ist wirklich merkwürdig ;)

meint: nanostefan am 06.04.06

in sachen artworks geloben wir (ver)besserung und werden sie bald auch zum download zur verfügung stellen. freut uns, dass diese ebenso gut ankommen!

meint: tom am 06.04.06

Hey Sven,
ja da sprichst du was Richtiges an. Wir werden ab dem kommenden Release 003 (Ende diesen Monats) neben den Artworks auch die Links zu den Einzeltracks einbinden, so dass man sich -losgelöst vom Flash - die Sachen ziehen kann. Das lag mir schon ne Weile quer, weil immer wieder Anfragen nach den Deeplinks kamen. Es braucht halt ne Zeit, ehe man sich von Kinderkrankheiten löst, was auch die korrekten Tags der Tracks angeht. Hihi.
Vielleicht sollte man das alles nicht sooo ernst sehen.
Und was heisst 'rumgeweine' ... das ist das Konzept.

Jan aka 'Cry me a river' aka aerotone

PS. sehr schöner Artikel.

meint: Jan am 07.04.06

safari stürzt immer ab wenn ich auf "artists" gehe...
und wie komme ich zur ersten veröffentlichung?
seite sieht schön aus, aber ist ein wenig umständlich... (oder stellt firefox und safari nur was auf dem mac falsch dar?)

meint: ronin am 07.04.06

sorry, mit firefox funktionierts. nur nicht mit safari.

meint: ronin am 07.04.06

Das mit dem Rumgeweine hab ich nicht so recht verstanden. Weil die Musik so tendenziell verträumt melancholisch ist, odawa?

meint: 020200 am 07.04.06

Ja ich denke, das zielt auf die Melancholie ab, was grundsätzlich der Aufhänger ist. Das Safari Problem check ich mal.

meint: Jan am 07.04.06

das alles mit firefox funktioniert war auch nicht ganz richtig. das ist die erste website bei der auch firefox aufgrund der website abstürzt. und zwar (aber nicht immer) wenn ich auf "artists" klicke...
einmal konnte ichs mir anschauen, danach immer schneller absturz....

meint: ronin am 08.04.06

richtig, ich habe mich mit meiner kritik gar nicht auf die musik bezogen sondern wollte vielmehr ein allgemeines statement zur kommunikation von *melancholischer* elektro-musik im netz (wenn sie denn stattfindet...) abgeben.
nachdem es vor einigen jahren immer nur *lasst die musik für sich selber sprechen* habe ich mittlerweile den eindruck, daß ein eher von fanzines und indie-strukturen geprägter, emotionaler zugang zur veröffentlichen musik besteht. an sich nichts schlimmes (das gegenteil ist der fall), aber hier und da tut ein quentchen ironische oder wenigstens musik-wissenschaftliche distanz ganz gut.
aber ich sitze im glashaus, und bevor es mir jemand vorwirft schreibe ich es lieber selber: auch bei 12rec. wird manchmal geweint. ;)

meint: Sven Swift am 09.04.06

Kommentar schreiben!

Kommentare:

Klick-Konzept - Essentielles Webdesign