Science Fiction: Was wäre wenn?!?

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cover-what-if.jpgZukunftsbilder der Informationsgesellschaft | Zu keinem Zeitpunkt in der Menschheitsgeschichte explodierte die wissenschaftliche und technische Entwicklung so wie heute. Doch welche Erfahrungen und Entwicklungen erwarten uns auf dem Weg in eine horizontale Wissensgesellschaft 2.0? Welche Techniken verändern zukünftig unser Leben? Rapid Prototyping? Womit verzaubert uns die Wissenschaft von morgen? Und welche Horrorszenarien könnten in der Dytopie von Morgen entstehen? Die Sammlung „what if ?“ versammelt Science-Fiction-Dossiers für einen futuristischen Ausblick.

Text: Moritz »mo.« Sauer

In der Einleitung von „what if ?“ beschreibt Mitherausgeber Stefan Igelhaut das Buchprojekt wie folgt: „Das anlässlich des Informatikjahres initierte Projekt „what if ?“ widmete sich den Hoffnungen, Verheißungen, Ängsten, Utopien und Dystopien, Entwürfen und Bestandsaufnahmen eines Lebens mit der Informationstechnik und ihrer außergewöhnlichen Dynamik.“ Das Buch selbst beleuchtet als Zusammenfassung somit ein weiteres Mal als Querschnitt aus zahlreichen Beiträgen, Gesprächen und Radiosendungen das Thema Science-Fiction.

Das Genre selbst bietet hierfür den denkbar geeignetsten Ausgangspunkt. Denn „Science-Fiction trägt als das erfolgreichste literarische Genre überhaupt wesentlich zur Verbreitung von Denkmodellen bei, die auf Naturwissenschaft und Technik basieren.“ Hierbei bildet Science-Fiction die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. „Science-Fiction hat den großen Vorteil, dass sie wissenschaftlich-technische Sachverhalte diskutierbar macht.“, so der Naturwissenschaftler und Science-Fiction-Autor Karlheinz Steinmüller.

Ausblick Zukunft

Nach dem lesenswerten „Ausflug mit beschränkter Haftung in die mediale Zukunft des Jahres 2031“ von Horst Müller, besticht zu Anfang des Buches vor allem das längere Dossier von Rudolf Maresch über die „Wissensgesellschaft 2.0“, die sich im Gegensatz zur fiktiven Geschichte von Horst Müller mit der Entwicklung von Wissen seit 1500 beschäftigt. Während Horst Müller in seiner kurzweiligen Science-Fiction-Story eine Dystopie einer Mediengesellschaft heraufbeschwört, analysiert Maresch, inwieweit nicht schon bereits seit Anfang des Buchdruckes eine Wissensgesellschaft entstanden ist.

Schon dieser Vergleich zweier von insgesamt 24 Beiträgen zeigt die umfangreiche Spannbreite von „what if ?“. Während der eine Autor aus derzeitigen Entwicklungen eine futuristische Fiktion entwirft, entwirft der andere Autor eine mögliche zukünftige Entwicklung aus der Menschheitsgeschichte. Weitere Themen des Sammelbandes sind spannende Themen wie „Rapid Prototyping“, ein Gespräch mit dem Physiker hinter Star Trek sowie weitere Dialoge mit Hiroaki Kitano oder Michael Giesecke.

Resümée

Wie zahlreiche der anderen schon auf Phlow bereits besprochenen Telepolis-Veröffentlichungen, benötigt auch „what if ?“ eine gute Portion Hirnschmalz. Die Interviews mit Theoretikern beinhalten gerne mal abstrakte Begriffe und die oft kondensierte Form der Dossiers erfordert ein aufmerksames Denken. Als Konsequenz der Bemühungen erhält man jedoch einen ausgiebigen Blick in die Zukunft, der einen ab und zu ins Grübeln und Staunen versetzt. Ein im wahrsten Sinne des Wortes aufregendes Buch. Weitere Informationen zu „what if ?“

Weitere Informationen zu "what if ?"

Stefan Iglhaut / Herbert Kapfer / Florian Rötzer (Hrsg.)
what if ?
Erscheinungsdatum: Mai 2007
238 Seiten, Broschur
ISBN-13 978-3-936931-46-4

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