John Battelle - Die Suche

Rubrik » Buchkritik

cover-die-suche.jpgMit "Die Suche" bekommt man ein Buch an die Hand, dass die Geschichte, die Gegenwart und die Zukunft der Suche thematisiert und aufrollt. Der amerikanische Journalist Battelle verharrt dabei jedoch nicht bei einem fundierten historischen Abriss, sondern nimmt seine Leser auf eine erstaunliche Reise in das vielfältige Themenfeld der menschlichen Suche mit. Eloquent beschreibt der Wired-Mitbegründer dabei Probleme, Suchtechnologien und Möglichkeiten der Suche von Morgen.

Text: mo.
Foto: James Duncan Davidson/O'Reilly Media, Inc.

"Link für Link und Klick für Klick baut die Suchmaschine das wohl dauerhafteste, massivste und aussagekräftigste kulturelle Artefakt der Menschheitsgeschichte auf: die Datenbank der Absichten".
John Battelle

"Die Suche - Geschäftsleben und Kultur im banne von Google & Co." ist eines jener Bücher, das den Leser mit fundiertem Wissen informiert, exzellent zu lesen ist und einen visionären Blick in die Zukunft wagt. Im Gegensatz zur Google-Biografie "Die Google-Story" widmet sich der Mitbegründer des Wired-Magazins dem Thema Suche in seiner Gesamtheit und formuliert gleichzeitig einen neuen Begriff: die Datenbank der Absichten. Diese Datenbank der Absichten definiert er hierbei als die Summe aller Suchanfragen, die "das wohl dauerhafteste, massivste und aussagekräftigste kulturelle Artefakt der Menschheitsgeschichte". Denn die Datenbank der Absichten umfasst Millionen eingetippte Wünsche, Ängste und Absichten von Millionen von Benutzern.

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Während das Buch zu Beginn einen historischen Abriss bietet und dadurch den Leser für das Thema sensibilisiert, nimmt Battelle später die wirtschaftlichen Antriebsfedern der Suchmaschinen aufs Korn. Dabei sensibilisiert der gut gelungene Einstieg den Lesenden und erklärt ihm wichtige Begriffe und Bestandteile der heutigen Suchmaschinen, wie zum Beispiel die Crawler und Spider.

Clever stellt der Journalist weiterhin die Funktionen und Wirkungsweisen der Suchmaschinen vor und verwebt sie mit zahlreichen Originalzitaten aus Interviews, die er mit den verschiedensten Köpfen der Suchwirtschaft geführt hat. Fast selbstverständlich stellt sich der Journalist dem Thema Google, da Google den Begriff der Suche in unserem Jahrzehnt seinen ganz eigenen Stempel aufgedrückt hat. Glücklicherweise verweilt Battelle in seinem Buch jedoch nicht nur bei Google, sondern vergleicht die Denk- und Suchweise der Datenkrake mit anderen Suchriesen wie Yahoo!, Ask Jeeves oder neueren Maschinen wie der nur speziellen Kunden zugänglichen IBM-Suchmaschine.

Neben sämtlichen zusammengetragenen Fakten muss man vor allem die Sprache und den Ton des Autors loben. John Battelle beschreibt die Dinge wie sie sind. Die einzelnen Protagonisten charakterisiert er auf den Punkt und bleibt nicht nur bei schmeichelnden Worten, sondern übt Kritik und hinterfragt aufgestellte Behauptungen. Schonungslosen, eloquenten und auf den Punkt gebrachten Journalismus schreibt der Amerikaner somit groß und bietet dem Leser dadurch eines der spannendsten Bücher zum Thema Recherche, Suche, Technologie und Internet. Definitiv eine Empfehlung.


Buchinformationen

Die Suche - Geschäftleben und Kultur im Banne von Google & Co
Gebundene Ausgabe: 360 Seiten
Verlag: Börsenmedien (Mai 2006)
ISBN: 3938350113

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Kommentare

danke für den tipp :) klingt spannend das buch. werde man reinschauen.

meint: phonie am 21.08.06

Super Buch, konnte ich sehr gut für meine Hausarbeit verwenden und habe es auch mit Spannung gelesen.

meint: Dani am 27.03.07

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