FAB von Neil Gershenfeld

Rubrik » Buchkritik

fab-cover.jpg Einführung in das Rapid Prototyping | "FAB" von Neil Gershenfeld ist eines jener Bücher, das mit viel Enthusiasmus zeigt, wie Technik und der freie Fluss von Information die Welt verbessert. Das sich die Technik bzw. Produktion von Technik in einem rasanten Wandel befindet, ahnen die wenigsten von uns. Zwar ermöglicht Rapid Prototyping die individuelle Gestaltung und Produktion von Einzelgütern, besitzen aber die wenigsten von uns einen 3D-Drucker. Aber das kann ja noch kommen.

Rapid Prototyping bezeichnet hierbei "ein Verfahren zur schnellen Herstellung von Musterbauteilen ausgehend von Konstruktionsdaten". Die Daten bekommen die Geräte digital eingespeißt in Form von 3D-Modellen und Bauanleitungen. Diese liegen als CAD-Dateien vor und können wie Dateien und Software frei per Internet vertrieben werden.

In seinem 2005 erschienenen Buch "FAB" führt Neil Gershenfeld die Entwicklung dieser neuen Form der individuellen Produktion vor. Dabei kombiniert er in einfacher und verständlicher Sprache technisches Wissen mit erstaunlichen Geschichten der Fabrikation. Immer wieder füttert der Leiter des MIT-Centers The Center for Bits and Atoms den Leser mit spannenden Resultaten einzelner Protagonisten oder ganzer Gruppen.

Dabei geht seine Reies weit über die Grenzen seines Instituts hinaus. Der Weg führt uns in den Himalaya, nach Ghana, Indien oder nach Norwegen. An diesen verschiedenen Orten produzieren Menschen technische Geräte für die eigenen ortsgebundenen Bedürfnisse. Diese Menschen sind oft keine Ingenieure, sondern Künstler, Programmierer, Kinder oder Schafzüchter oder Wissenschaftler. Sie alle vereint die Konstruktion, Entwicklung und der Bau einzigartiger Geräte, technischer Einrichtungen und kunstvoller Objekte.

"FAB" lege ich all denjenigen ans Herz, die gerne offene Augen für die rasante technische Entwicklung unserer Zeit haben. Glücklicherweise richtet sich das Buch von Neil Gershenfeld in keinster Weise an reine Techies, sondern schafft es in Form eines optimistischen Buches neue demokratische Visionen für ein besseres Morgen zu entwerfen. Ein umwerfendes Buch.

Informationen zu Neil Gershenfeld

Weitere Informationen zum Buch

FAB: The Coming Revolution on Your Desktop
Neil Gershenfeld
Taschenbuch: 278 Seiten
Verlag: Basic Books Inc.,U.S.; Auflage: New Ed (5. Februar 2007)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0465027466
ISBN-13: 978-0465027460
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Kommentare

Demovideo eines Herstellers von "3D-Kopierern":
http://www.zcorp.com/products/450video.asp

meint: swen am 29.08.07

ich frage mich was daran neu sein soll.

seit über 10 jahren werden 3d-modelle in CNC maschinen zu echten objekten. im entwicklungs- und produktionsbereich ist das ein alter hut. ähnliches gibt es auch im elektronikbereich seit jahrzehnten.

im konzeptionellen bereich könnte es in einzelfälle sinn machen. fraglich ist jedoch, ob die anschaffung solcher 3d "drucker" wirklich lohnt. da es schlicht unmöglich ist mit dieser technik jegliche mechanische funktionalität zu erzielen (und testen), das material nicht frei verwendet werden darf (die farbe ist hier wirklich zweitranging - zudem die beschaffenheit unterschiedlicher materialien nicht nachgebildet werden kann) und der bedarf an solchen eingeschränkten "prototypen" meines erachtens nach äußerst gering ist, sind die klassischen modellbauer klar im vorteil.

dann wäre noch der bildungsbereich, wobei hier i.d.R. auf klassische massenproduktionsmethoden zurückgegriffen werden kann.

sorry falls ich wieder als notorischer nörgler auftrete, meine kritik richtet sich auch nicht gegen das buch. da gibt man einer selbstverständlichen und etablierten technik einfach einen neuen "coolen" namen und schon wird wieder mal eine revolution prophezeit.

wem fallen denn nützliche (und ökonomisch realistische) anwendungsgebiete ein? würde mich interessieren - vielleicht hab ich ja was übersehen...

meint: fabien am 29.08.07

also: im buch werden zahlreiche möglichkeiten aufgezeigt, wie selbst zusammengestrickte software plus maschinen für das prototyping zusammenkommen. die "revolution", das ist meine interpretation, die neil gershenfeld propagiert ist die:

mit dem einzug der desktop-computer bekamen einfache menschen wie ich, du und andere einen zugang zu produktionsmöglichkeiten, die vorher etablierten großkonzernen und bei medien, großen firmen und zeitungen vorbehalten darf. phlow wäre zu so geringen preisen vor 15 jahren NIE möglich gewesen. elektronische musik produziert heute jedermann mit einem 1000euro-laptop. der hat mehr möglichkeiten als die ersten sampler und fetten studios vor ca. 25 jahren.

jetzt steht die nächste revolution an. demnächst können wir - wenn wir wollen - immer schneller eigene produkte selbst erstellen mit hilfe solcher werkzeuge.

ein beispiel in dem buch ist ein norwegischer hirte. der baut mit radiowellen, kleinen mikroprozessoren und preiswerten geräten ein eigenes netz auf, um die herde zu orten und vor gefährlichen einflüssen zu schützen.

danke preiswerter technik, immer demokratischeren möglichkeiten der individual-produktion entsteht vielleicht auch eine interessantere und bessere gesellschaft. darüber handelt das buch.

meint: mo. am 29.08.07

CNC Maschinen kommen hauptsächlich in der Metallindustrie zum Einsatz und sind relativ schwierig zu bedienen, da eben nicht nur ein CAD File geladen muss, sondern die Maschine regelrecht programmiert werden muss. Unter anderem muss die Reihenfolge der jeweiligen Fräßköpfe vom "Programmierer" bestimmt werden. Ich hoffe ich erzähle hier keinen Mist, meine Wissen um CNC Maschinen ist auf dem Stand von 1992.

Eine Rapid Prototyping Maschine macht eigentlich alles alleine. So ein Ding kann man sich ins Büro stellen. Man benötigt kein zusätzliches Wissen oder Personal in Form von einem CNC Techniker oder Modelbauer.

In einer schon etwas älteren "PC und Internet" Zeitschrift, ich glaube es war die Konr@d war als Anwendungsbeispiel ein Arzt aufgeführt, der bei Kleinkindern Schädeloperationen durchführt. Er übt an einem Model des jeweiligen Kinderschädels vor der eigentlichen Operation. Die Modelle werden per Rapid Prototyping erstellt.

meint: swen am 30.08.07

@swen: in der zahnmedizin werden solche methoden auch zunehmend genutzt. der arzt nimmt einen zahnabdruck, dieser wird per laser gescannt und eine fräsmaschine erstellt dann eine "prothese" oder inlay. zahntechniker werden dann zunehmend arbeitsloser. noch hindert diese "revolution" auf allen gebieten nur noch der hohe preis der geräte. aber sobald solche geräte massenfähig werden, kann man sich die folgen gar nicht groß genug ausdenken.

wenn ich an "damals" denke, wo cd-rohlinge noch 14-20 DM kosteten und das brennen unter freaks immer noch eine kleine wissenschaft für sich war und das dann mit heute vergleiche, ist der fortschritt enorm. auch die preise sind ungemein gepurzelt.

meint: mo. am 30.08.07

ich will endlich den technikbaukasten für atome. kleine nanopartikel die atomare strukturen auf befehl nachbauen können. click, click hab ich meinen eigenen baum designed.

meint: kus am 30.08.07

soweit ich weiss, gibt es in den USA auch schon erste Copy Shops in denen entsprechende Maschinen stehen.

Ich habe meine Studienarbeit (an der FH Mannheim ist das die Generalprobe der Diplomarbeit) über einen Werkstoff für ein Rapid Prototyping Verfahren geschrieben. Bei diesem Verfahren stellt das Rapid Prototyping nur den ersten Schritt dar. Die Hergestellten Prototypen dienen als Gussvorlage für Spritzgussformen. Das heisst, am Ende steht kein Plastikmodel sondern ein echtes "Produkt"

meint: swen am 30.08.07

mit den "entsprechenden Maschinen" sind die 3D Kopierer gemeint.

meint: swen am 30.08.07

rapid prototyping gibt es ja nun schon ne ganze weile. so wäre z. b. auch der "fortschritt" im formel-1-karosseriebau ohne dieses technik nicht möglich oder die entwicklung eben viel langsamer. windkanaltests usw. es ist halt die frage, ob man es im zusam menhang mit der klimaschutz-diskussion überhaupt verantworten kann, dass einige meinen, es sei toll, autos im kreis fahren zu lassen.

die frage ist aber eben auch immer: wann fängt eine firma oder person an, die jeweils neue technik zu nutzen? man kann d ies tun, wenn alles noch in den kinderschuhen steckt und bezahlt dann eben einen haufen lehrgeld, weil vieles nicht so funktioniert, wie man es sich dachte. davon profitieren dann natürlich andere, die warten - vorrausgesetzt man macht seine beobachtung en öffentlich zugänglich oder diskutiert mit dem hersteller bzw. ist betatester oder sowas in der art. oder man wartet bis die geräte einen moderaten preis haben und richtig funktionieren. so war das doch schon immer.

beispiel aus der drucktechnik: comput er to plate. vor 10-12 jahren eine katastrophe. heute funktioniert es perfekt und spart auch noch rohstoffe ein, weil keine zwischenstufe zur fertigen druckplatte mehr nötig ist.

meint: mrcs am 31.08.07

einen weiteren spannenden punkt bei der idee des rapid prototyping ist auch der gesichtspunkt unter dem die software und die CAD-modelle hergestellt werden.

in seinem buch zeigt neil gershenfeld, dass fette cad-programme oft zu umständlich sind für die einfache und schnelle anwendung. selbst programmierte software hilft da oft schneller weiter, um ein spezielles produkt zu bauen. diese software als auch die CAD-dateien können als open source weitergegeben werden. das finde ich auch sehr, sehr spannend.

gegenstände = open source = selbst (re)produzierbar

meint: mo. am 31.08.07

gerade gefunden:

Bio-Printing von Blutadern

Wissenschaftler experimentieren schon länger damit, mit modifizierten Tintenstrahldruckern lebendige Zellen zu Geweben zusammenzusetzen, um sie dann als Ersatz implantieren zu können. Dabei wird die Farbe durch ein Gel ersetzt, das die Zellen enthält.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/95277/from/rss09

meint: swen am 01.09.07

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meint: Alfred am 06.02.08

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