Demoscene: The Art Of Real-Time (www.eventlakestudios.com)

Rubrik » Buchkritik

cover_demoscene.jpgMit "Demoscene: The Art Of Real-Time" legt der Herausgeber Lassi Tasajärvi das erste Buch über die Demoscene vor. Auf ca. 70 bunten Seiten behandeln verschiedene Autoren nicht nur das Thema Intros und Demos, sondern der Herausgeber versucht sich selbst auch an einer soziologischen Erklärung und Einführung in das Thema.

Text: mo.

Dabei betrachtet er gemeinsam mit dem Leser die Gründe und den Nährboden auf welchem diese hauptsächlich Jungen-dominierte digitale Subkultur entstanden ist. Dieser begann demoscene_buch_2_kl.jpgohne Zweifel mit dem Einzug der ersten Heimcomputer, vor allem mit dem als Volkscomputer titulierten C64er. Interessant ist bei den Betrachtungen, dass man sich durch die zwischen Hackern, Codern, Grafikern und Musikern entstanden Wettstreite um die besten Intros, Demos, etc. oftmals auch an die Kultur von HipHop erinnert fühlt.

Zwar sitzen im Gegensatz zu HipHop die Kids oder Berufsjugendlichen meist vor den Bildschirmen, aber auch in der Demoscene geht es hauptsächlich um Fame, sprich Anerkennung in den unterschiedlichsten Disziplinen (Grafik, Musik, Programmierkunst).

demoscene_buch_3_kl.jpgInsgesamt eignet sich das englischsprachige Buch vor allem für neugierige Einsteiger in das Thema. Zu vermuten ist jedoch, dass sich wahrscheinlich hauptsächlich die Szene das Buchen kaufen wird. Doch auch Kenner werden sich über die Geschichten und Erläuterungen freuen und sich ein weiteres Mal vor Augen führen, wie großartig eigentlich dieses Geflecht aus Künstlern und Programmieren über die Jahre zusammengewachsen ist. Das daraus dann eine neue digitale Kultur entstanden ist, vielleicht die erste überhaupt, gilt dann nur noch als logische Konsequenz.

demoscene_buch_4_kl.jpg"Demoscene: The Art Of Real-Time" macht Spaß zu lesen, eignet sich für Kulturforschende, die sich des Themas nähern wollen, als auch für Fans. Einzig das Layout fällt manchmal ein wenig aus dem Rahmen und ist ein wenig hektisch und manchmal sogar ziemlich kitschig und unübersichtlich geworden. Aber vielleicht ist das auch Absicht, um die unterschiedlichen Stile und Epochen von der Old- bis hin zur NuSkool zu repräsentieren. Beim nächsten Mal bitte mit DVD :)

Übrigens, wer sich noch nicht so mit dem Thema auskennt, sollte sich unseren einführenden Phlow-Artikel "Die Demoszene - Versuch einer Definition" von Lars "Ghandy" Sobiraj durchlesen.

Demoscene: The Art Of Real-Time

Edited by Lassi Tasajärvi Website: www.evenlakestudios.com/books/
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Kommentare

Die netten Menschen von Scene.org bunkern übrigens die ein oder andere ARTE Doku zum Thema "Demos". Kann man runterladen. http://scene.org/dir.php?dir=/resources/media/

Hier hab' ich noch ein paar Links gesammelt:
http://swen.antville.org/topics/demos/

meint: Swen am 02.11.04

Es ist nicht das allererste Buch. Schon 1995 erschien ein Buch namens "PC-Underground", in welchem es um Demoprogrammierung ging. Die Autoren waren Mitglieder der deutschen Demogroup "The Coexistence" (heute nicht mehr aktiv).

1999 erschien "Hackerland", ein Buch, das von zwei Amiga-Szenern (Mitgliedern der Gruppe "Nuance") geschrieben worden war. Es behandelte jedoch in erster Linie die Cracker-Szene; die Demoszene wurde nur am Rande angeschnitten. Mehr Infos auf: www.hackerland.de

Derzeit in Druck befindet sich das Buch "FREAX" von Tamas Polgar aus Ungarn (in der Szene bekannt als "Tomcat/Madwizards"). Es wird aus mehreren Bänden bestehen. Band 1 widmet sich der Geschichte der Demoszene auf dem Commodore 64 (C64). Mehr Infos auf: www.freax.hu

meint: Adok/Hugi am 16.12.04

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