Das erste deutsche Bloggerbuch

Rubrik » Buchkritik

generation_blogger.gifGlaubt man von sich selbst Experte oder Teilnehmer einer Subkultur oder Bewegung zu sein, beäugt man textliche und bebilderte Dokumentationen wie z.B. 'Generation Blogger' äußerst kritisch. So haben wir neugierig als auch ängstlich auf eine deutsche Publikation gewartet, die sich mit 'unserem' Thema angemessen auseinandersetzt. Doch wir waren angenehm überrascht und erleichtert.

Denn das Buch von Markus Christian Koch und Astrid Haarland umschifft gekonnt mögliche Fehltritte und betrachtet das Phänomen Weblog/ Blog von innen heraus, sprich, sie zählen sich selbst zu den begeisterten Nutzer der Weblog-Technik.

Oft springen Schreiber und Verlage angesichts eines Hype-Themas entweder nicht weit genug, verknacksen sich ordentlich die Gräten oder machen einen guten Job, weil sie den Kern der Idee/ Bewegung miterlebt und begriffen haben. Leider sind die Ausrutscher oft tragisch für die einzelnen Subkulturen. Denn aus einem ehemaligen Geheimtipp wird ein Hype, der in einem Strohfeuer aus Masseninteresse mündet und dieses oftmals nicht überlebt. Die (Sub)Kulturen, die trotzdem weiter aufrecht stehen bleiben, erstarken dadurch nur natürlich und gewinnen neue Leidensgenossen, die ohne Hype nie das Thema entdeckt hätten.

Zwar ist es fraglich, ob jemand, der nicht weiß was ein Blog ist, über dieses Buch stolpert und es kauft, aber nichtsdestotrotz ist es eine gekonnte Auseinandersetzung mit dem Thema. Glücklicherweise zitieren die Autoren in der Einleitung Weblog-Kollegen wie den webseits bekannten Schockwellenreiter oder Rebecca Blood als auch weitere umtriebige Webgestalten.

Doch das Buch kratzt nicht nur die Oberfläche, sondern vertieft sich auch in die Technik und stellt die beiden – in unseren Augen - bestmöglichsten Systeme vor: blogger.com und Movable Type. Eingefleischten Bloggern bietet das zwar eigentlich nichts Neues, aber die Mischung aus "Hey-so-geht’s" und "Das-ist-Bloggen" bietet einen hervorragenden Einstieg in die Materie.

Somit werden genau ein System für Einsteiger und eines für Fortgeschrittene vorgestellt. Wer also seine Freunde infizieren will, der schenkt ihnen das Buch, dass einen guten Einblick in die Technik und den Sinn und Unsinn des Bloggens gibt. Nicht so versierte Movable Type'ler erhalten unter anderem weitere Anregung zum Aus- und Umbau ihres Weblogs, als auch die Installation neuer Funktionen via PlugIns.

Zur Auflockerung der Technik-Kapitel werden jede Menge Zitate, Anregungen sowie Links zu Blog-Spezialisten geboten. Und dabei ist das private Logbuch nur eine Variante von vielen. Gelungen, "objektiv" und gut recherchiert. Dankeschön. (Moritz)

Webseite der Autoren: www.generation-blogger.de/ www.bloggern.de

Generation Blogger
Markus Christian Koch/ Astrid Haarland
erscheint im mitp-Verlag
€ 19,95

Als Favorit speichern » AddThis Social Bookmark Button

Kommentare

Aber die Headline ist daneben, das Buch ist doch keine Literatur oder soziologische Analyse, einmal abgesehen davon, dass quer durch alle Generationen gebloggt wird. Ansonsten bin ich gespannt auf weitere Reaktionen auf das Buch

meint: ralph am 03.12.03

ok, ralph hat recht. war eine nicht wirklich intelligente überschrift. dank ausgefeiltester weblog-technologie konnten wir unseren fehltritt jedoch beheben (alte headline = 'Generation Blogger - Eine gekonnte Darstellung?')

meint: Moritz am 03.12.03

Ist das Buch jetzt so ein 'jaa, so schön kann die bloggerwelt sein' oder auch ein geigneter lesespass für die 'advanced blooger'??

meint: 020200 am 03.12.03

@ martin: wer sich gut in der blogger-welt auskennt, sein eigenes weblog führt und gestaltet hat, der erfährt in diesem buch nichts neues. alle anderen, die sich zB. mit Movable Type vertraut machen wollen, erhalten wertvolle Anleitungen in deutsch.

meint: Moritz am 03.12.03

verzeiht mir meine unkonzentriertheit, ich meinte gar nicht die headline, sondern den titel des buches. ich will nicht so ein kritikaster sein gegenueber anderen engagierten bloggern, ich bin das nicht ;-) - zum glück hatte ich die kritik noch abgeschwaecht und statt "bescheuert" "daneben" gewählt. *g*

meint: ralph am 03.12.03

@ralph und moritz
ja, jetzt ist die sache schon wieder rund. ich habe mich dann auch nach dem buchtitel gewundert und eher an sowas gediegenes wie jankos "mix, burn, rip" gedacht.

meint: 020200 am 03.12.03

Kommentar schreiben!

Kommentare:

Klick-Konzept - Essentielles Webdesign