Bald auch in Ihrem Kino: "camera jamming"

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warning.gifSo nebenbei bekommt man mit, dass "death of a president" von Gabriel Range gerade den internationalen Kritikerpreis beim Toronto International Film Festival abgeräumt hat und begibt sich nichtsahnend was einen dort erwarten könnte auf die Seite zum Film bei der Filmdatenbank von Amazon

Gleich der erste Kommentar dort hat es in sich:

"I was lucky enough to receive a ticket while waiting in the front of the rush line to view the world premiere of one of the TIFF's most controversial and talked-about films this year. With bag checks and guys with night vision scanning the audience for the entire screening looking for pirates (argh!), it felt like I was seeing the Prez himself."

Ein Scherz im Zusammenhang mit dem Film oder ernst gemeinte Sicherheitsmaßnahmen? Geht es nach den Vertretern der MPAA gibt es bald sogenanntes "camera jamming" im Kino. Im August berichtete die Internetseite scienceline.org unter dem Titel "pirates of the cinema" über ein Projekt von Jay Summet and James Clawson. So simpel es auch klingt, aber man hat vor auf den Herr oder die Dame Hollywood-Abfilmer bzw. dessen/deren Kamera zu schießen - und zwar mit Licht. Auch heise.de hat bereits im Juli in einem übersetzten Artikel über diese Vorhaben berichtet.

Dummerweise reflektieren CC-Devices (CCDs), die sich in jeder Digitalkamera befinden, Licht direkt zur Quelle zurück - dieser Aspekt unterscheidet sie daher von herkömmlich reflektierenden Materialien. Man macht sich dies zunutze indem man Infrarotlicht in den Raum abstrahlt und durch die Reflexion des Lichtes den Ort der Kamera im Raum lokalisieren kann. Hat man die exakte Kameraposition berechnet, bringt man durch einen dünnen Lichtstrahl den CCD-Sensor gehörig durcheinander und sorgt dafür, dass aus der Abfilmerei ein kleiner Horrortrip wird.

Was ich an der Sache komisch finde ist, dass man erst gar nicht auf die Idee kommt, dass System an den Verschlussmechanismus der Kinoausgänge anzukoppeln um so die Flucht zu verhindern. Naja, man ist sich wohl bewußt, dass es dann evtl. auch mal zu einer realen Geiselnahme im Kino kommen könnte, schließlich weiß man ja nicht mit welchem Kaliber von Abfilmer man es im aktuellen Fall zutun hat.

Frage: Wie wirksam ist diese Spielerei eigentlich, wenn man vor der Kamera einfach ein Filter anbringt, welches den Infrarotbereich komplett herausfiltert?


Scienceline-Artikel zum Thema
Heise.de-Artikel zum Thema

(mrcs)

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Kommentare

in anderen worten: IR-filtervorsätze werden jetzt illegal, weil man sie zum umgehen von kopierschutztechniken verwenden kann.

demnächst wird man vorm kinobesuch nachweisen müssen, dass man sich eh keine szene länger als 30 minuten merken kann.

meint: usr am 27.09.06

man bekommt am kinoaugang eine pille, die die erinnerung genau in der länge des films aus dem gehirn löscht oder sprachblockaden auslöst sobald man irgendwas über den film erzählen will. dummerweise kann man dann niemandem mehr erzählen, wie toll oder wie mies der film war. sagt dann jemand "wo warst du denn in den letzten 2 stunden" lautet die antwort "ich weiß es nicht". daraus schließt dann der fragende "naja, dann warst du wohl im kino" - das ist neuerdings dort so. sicherheitsmaßnahmen eben. und es schafft arbeitsplätze - immerhin braucht dann jedes kino einen arzt und einen notar der die einnahme der pillen überwacht.

meint: mrcs am 28.09.06

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