Truckbag Revisited: Da steckt noch was unter der Plane!

Rubrik » Artikel

truckback-2.jpgPlötzlich strahlte uns letztens der kleine wendige Postbote an, nachdem er emsig im zweiten Treppenhaus in die 3. Etage gehüpft kam. Unter dem Arm klemmte ein Paket, dass sich ausgepackt als eine Tasche aus LKW-Plane entpuppte. Die Taschenklappe bestand aus einem Graffiti-Bild von Loomit. Haben wir Fans?!? Nö, Cenk und Dietmar von Truckback haben uns einfach so lieb. Und während Diana mit Ihrer neuen Tasche rumschlendert, haben wir uns mit den Beiden über Brotbretter, Kita, gewiefte Werbemittel, Arbeitspragmatismus und Bananen unterhalten. Interview reloaded!

Text: mo.

Letztes Jahr haben wir uns das erste Mal virtuell getroffen und interviewt. Was ist seitdem passiert, wie geht's Euch und Euren Truckbags?

Dietmar: Wir haben unsere Modellpalette etwas erweitert. Hinzu kamen Mini-Taschen für die Damenwelt und Geldbörsen. Die Mini-Tasche eignet sich auch hervorragend als Brotzeittasche für die Kleinsten, damit die Banane für die Kita oder den Kindergarten gut verstaut ist. Außerdem haben wir ein Büro in Berlin eröffnet.
Cenk: Es ist wohl einiges geschehen. Leider auch einiges zuviel, was jedoch privater Natur ist. Wir konnten zwei neue Modelle einführen, city mini for wimin und geldbeutel purse. Auf Firmenkundenseite konnten wir eine sogenannte Setbag für "den Film" gemeinsam mit einer Frau entwickeln, die in Hollywood Filme und Serien als ... betreut (was war des?)
loomit-truckback.jpg
Loomit Truckback
Ihr arbeitet jetzt seit Kürzerem gemeinsam mit dem Graffiti-Künstler Loomit. Wer ist Loomit und wie ist es zur Zusammenarbeit gekommen?
Cenk: Wir haben Loomit angemailt und ihm das Projekt Truckbag Art vorgestellt, bei dem die Künstler zu Werbematerial kommen, das wir in diesen Fällen vorfinanziert haben. Die Künstler müssen sich um Vertrieb oder dergleichen nicht kümmern. Leider ist die Schiene Truckbag Art in Ihrer Konzeption so umfangreich, dass hier wesentlich mehr Werbung betrieben werden müsste. Wir kommen wegen unserem Hauptgeschäft Eyespot Werbemittel nicht wirklich dazu, uns in angemessener Form um die Sache zu kümmern.

Wie kann man sich die Taschen vorstellen und wie habt Ihr sie produziert? Wird es auch richtige besprühte Unikate geben?

Dietmar: Nachdem die Künstler-Taschen teilweise auf einen sehr kleinen Interessentenkreis beschränkt waren, hat sich Cenk auf die Suche nach einem Künstler gemacht der eher eine breitere Masse anspricht. Heraus kam die Idee einen Graffiti-Künstler anzusprechen.
Cenk: Richtig besprüht ist ja schon so Scheisse, dass'es schon wieder gut ist. Die 80er sind vorbei. Und auch wieder nicht. Keine Ahnung, aber Dietmar verbietet mir immer, rein zufälliges Gekritzel auf original befleckten und vom Verkehr misshandelten Planen zu hinterlassen. In diesem Sinne kommt da solang nix, solang nicht mindestens einer das vorschlägt und passend umsetzen kann.

Individualität wird bei Euch groß geschrieben und Ihr habt ja auch so eine Liebe zu schrägen Items. Ich sag nur Brotbretter? Woher kommt das und kultiviert Ihr das absichtlich?

Cenk: Wir stehen drauf, wenn Werbemittel ausnahmsweise richtig gut gestaltet, besser noch, überlegt konzipiert werden. Ausschlaggebend waren für mich zwei Aktionen: 1. Heftpflaster für Acclaim, die bewarben ein Computerspiel, wo richtig viel Blut fliesst. Und das mit einem Pfennigartikel , der supi rüberkam, obwohl die sich was leisten könnten. In Berlin Friedrichhain habe ich vor Jahren eine Ausstellung besucht, wo Künstler Ihre Arbeiten im Siebdruck auf Kinderlätzchen darstellten. Und die haben wir ja auch im Programm. Mit Metofa wird eine Aktion überlegt, bei der Pornobilder verfremdet und auf einem passenden Träger umgesetzt werden. Ich selbst fände riesige Betonfliesen mit Monogramm/Logo super.
Dietmar: Wir stellen uns seit nun mehr 9 Jahren der Herausforderung im Werbemittelbereich die Vorstellungen unserer Kunden in die Tat umzusetzen. Dabei werden auch Projekte umgesetzt die außerhalb des Standards liegen. Und wenn es denn mal eine Duftkerze mit Zimtduft in einer kundeneigenen Verpackung sein soll, wird auch das realisiert. Die Sonderanfertigungen sind unsere Stärke und machen ehrlich gesagt am meisten Spaß.

Wie soll's weitergehen? Was steckt unter der Plane noch an Ideen?

Cenk:Gar nix mehr. Tilt. Anzünden. Wir habens christo mal vorgestellt, aber der will immer selber alles entsorgen, weil es dann richtig entsorgt ist und nicht halb.

Wenn man mal bei abgehoben und verschrobenen Ideen bleibt. Gibt es eigentlich so einen Traum einer Supertasche oder eines Super-Gadgets, dass Ihr gerne kreieren würdet?

Cenk: Nein, das Medium ist einfach, so wie andere Werbeartikel auch. Da soll man auch keinem einen Bären aufbinden. Man fühlt sich geehrt, wenn Schaffende oder wohlklingende Firmennamen einem das Vertrauen schenken. Loomit war zwar nie mein Idol, aber man bekam schon mit, was der so draufhat. Ein Freund von mir, der übrigens bei der Umsetzung wesentlichen Anteil hatte, hat heute noch einen Schrein von Loomit stehn, was auch immer das bedeuten mag oder seine Frau davon hält.

Danke für das Interview :)

Links

Website: www.truckbag.de

Als Favorit speichern » AddThis Social Bookmark Button

Kommentare

irgendwie dachte ich immer umhängetaschen aus lkw-plane wären seit freytag vorbei... wäre mir so als konzept auch irgendwie schon zu ausgereizt, es gibt ja mittlerweile so viele kleine firmen, die auf diesen lkw aufgesprungen sind... haha wortspiele sind alle...

meint: bunti am 06.03.06

Hallo, bunti,
leider sind wir mit Deiner Ansicht öfter mal konfrontiert. Unsere Idee war es, die Sache auszuweiten und die Taschen den Firmen anzubieten, die das Material produzieren. Wir sind ja auch nicht auf Planen beschränkt. Robinsons Kumpel macht Dir auch nicht wirklich einen Druck auf die Tasche. Er macht sie auch nicht nach Deiner bunti stifti Zeichnung. Wir schon. Peace, cenK

meint: Cenk am 10.03.06

Kommentar schreiben!

Kommentare:

Klick-Konzept - Essentielles Webdesign